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Mehlschwalbe (Delichon urbica)

Ihr Markenzeichen ist der leuchtend weiße Bürzel, der sich vom dunklen Gefieder abhebt, wenn sie im Sommer rund um die Häuser flitzen. Die kleinen Baumeister sind gute Insektenvertilger und wohnen auch mitten in der Hamburger Innenstadt.


  • Mehlschwalbe - Foto: Fank Beisheim/www.naturgucker.de

  • Mehlschwalbe mit Nistmaterial - Foto: Pröhl/fokus-natur.de

  • Mehlschwalben – auf Leitungen sitzen sie gern gesellig beisammen - Foto: Bärbel Franzke

Aussehen

Eine kleine, schwarze Schwalbe, die in einem offenen Mehlsack gelandet ist – so sieht sie aus, die Mehlschwalbe. Die spitzen Flügel, der gegabelte Schwanz und die Körperoberseite sind schwarz mit bläulichem Schimmer, unterseits ist das Gefieder weiß wie Mehl, auch die Füße sind weiß befiedert. Nur der Bürzel ist auch von oben weiß – das beste Erkennungsmerkmal im Flug.

Stimme und Brutgeschäft

Mehlschwalben äußern angenehm zwitschernde Rufe, die etwa wie „prrit“ klingen. Der Gesang ist nicht mehr als eine schwatzend Aneinanderreihung der Rufe. Da Mehlschwalben recht stimmfreudig sind und eigentlich immer in Gesellschaft auftreten, hört man in der Nähe der Brutkolonien ein vielstimmiges Gezwitscher. Wenn noch kein Nest aus der vorherigen Brutperiode vorhanden ist, beginnen sie kurz nach der Ankunft am Brutplatz Mitte April mit dem Bau eines neuen Nests, dafür brauchen sie etwa eine Woche. Die 4 oder 5 Eier werden etwa 15 Tage bebrütet, die Küken brauchen dann nochmal etwa 26 Tage bis zum Ausfliegen. Oft brüten Mehlschwalben dann noch ein zweites Mal, aber mit einem kleineren Gelege.

Verbreitung

Die Mehlschwalbe ist europaweit und deutschlandweit flächendeckend verbreitet, in Hamburg mittlerweile jedoch nicht mehr. Hier liegen die Verbreitungsschwerpunkte im ländlich geprägten Elbtal. Nördlich der Elbe gibt es wenige Vorkommen, größere Kolonien gibt es z.B. in Wohldorf, am Flughafen an den Alsterarkaden und in der Hafencity.

Lebensraum und Nahrung

Drei Ansprüche haben Mehlschwalben an Ihren Lebensraum: ausreichend Fluginsekten als Nahrung, feuchten Lehm als Nistmaterial und eine raue Wand, an der sie ihre Nester bauen können. Die Wände sind seit Menschengedenken unsere Hauswände, am liebsten unter dem Dach oder unter Vorsprüngen, wo sie ihr geschlossenes Viertelkugelnest aus Lehm bauen können. Daher sind sie wohl auch oft in der Nähe von Gewässern zu finden, da man an den Ufern geeignetes Baumaterial findet und auch viele ihrer Lieblingsinsekten wie Fliegen, Mücken und Blattläuse.

Gefährdungsstatus

Deutschlandweit ist der Bestandstrend langfristig und kurzfristig abnehmend, in Hamburg scheint der Bestand ein Plateau erreicht zu haben. Mehlschwalben sind in Hamburg mit 2.800 Brutpaaren eine häufige Art, doch es gibt es immer wieder illegale Nestzerstörungen aufgrund angeblicher ästhetischer oder hygienischer Probleme. An Neubauten mit glatten Fassaden aus Glas und Metall oder ohne Dachüberstand halten die Nester nicht.

Beobachtungstipp in Hamburg Mitten im Trubel der Innenstadt rund um den Rathausmarkt gibt es eine Brutkolonie entlang der Alster an den Häusern der Alsterarkaden. Auf einem Sommerspaziergang vom Jungfernstieg alsterabwärts kann man die größte innenstädtische Mehlschwalbenkolonie in Hamburg bei Ihrem Brutgeschäft beobachten.

Schutz und Hilfe

Nester dürfen auf keinen Fall entfernt werden, sie stehen ganzjährig unter Schutz! Falls eine Sanierung ansteht, kann dafür eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beantragt werden, die Bauzeit muss außerhalb der Brutzeit liegen. Kunstnester als Ersatzniststätte werden gern angenommen. Kotbretter unter den Nestern halten den größten Teil des herunterfallenden Kots auf.


Was kann ich tun?

Sind Sie Bewohner oder Besitzer eines Hauses, an dem Mehlschwalben brüten? Melden Sie sich beim NABU und bewerben Sie sich für die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Haus“! (Mit Weblink auf die noch zu schreibende Seite NABU-Hamburg-Schwalbenfreundliches-Haus) Damit machen Sie andere Menschen darauf aufmerksam, wie wichtig der Schutz von Schwalben ist. Wollen Sie versuchen, Mehlschwalben an Ihrem Haus anzusiedeln? Dann sollten Sie folgende Hinweise beachten:

Bevorzugte Gebäude: unterschiedlich hohe Gebäude
Lage am Gebäude: mindestens 2 Meter hoch, direkt unter dem Dachüberstand, an Dachsparren, an Balkonen und an weiteren Vorsprüngen der Fassade
Kastentyp, -größe: spezielle Viertelkugel-Kunstnester mit mindestens 15 cm Innendurchmesser und einer Öffnung am oberen Rand von etwa 4x2 cm. Rauchschwalben-Nisthilfen werden an geeigneten Standorten auch angenommen und dann von den Mehlschwalben bis zur Decke zugemauert.
Man kann auch eine Nisthilfe selber bauen, das ist aber etwas kompliziert. Kosten für Nisthilfen liegen bei den verschiedenen Herstellern zwischen 10 und 25 Euro.
Nistmaterial: Sie können Mehl- und Rauchschwalben beim Nestbau unterstützen, wenn sie ab April etwas feuchten Lehm im Garten bereithalten.
Kunstnester sollten im Winter gesäubert werden, da dort sonst sehr viele Nestparasiten überwintern.
Anbringung: Die Nisthilfen sollten im Dachbereich angebracht werden, wichtig ist vor allem ein freier Anflug ohne hohe Bäume und Sträucher. Die Himmelsrichtung ist egal, es sollte aber nicht sehr windexponiert sein.
Kotbretter helfen, die Verschmutzung an der Fassade in Grenzen zu halten. Die Bretter sollten etwa 25 cm tief sein, mindestens 60 cm unter den Nestern angebracht werden und seitlich 10 – 20 cm seitlich der Nester überragen.
Besonderheit: Mehlschwalben mögen gern die Gemeinschaft Ihresgleichen und nisten oft in größeren Kolonien nah beieinander und direkt nebeneinander. Um für ausreichend Insekten als zu sorgen, sollte man seinen Garten insektenfreundlich bewirtschaften oder bei Mietshäusern dies verlangen


Nistkasten selber bauen

Mehlschwalbe mit Nistmaterial - Foto: Pröhl/fokus-natur.de

Bauanleitungen Schwalben-Kunstnester

Ein Zuhause für Mehl- und Rauchschwalbe

Überall dort, wo Rauch- und Mehlschwalben zu wenig Lehmboden für den natürlichen Nestbau finden, können Sie ihnen Kunstnester aus einer Gips-Sägemehl-Mischung anbieten. Mehr →

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Ansicht des Schwalbenhotels von unten - Foto: Ilka Bodmann

Ein Hotel für Schwalben

Platz für Nachwuchs Schwalbenhotel

Schwalben sind nach den Bestimmungen des Naturschutzgesetzes besonders geschützt. Ihre Brutstätten und Nester dürfen weder zerstört noch beschädigt werden. Als Bruthilfe hat der NABU das erste Schwalbenhotel in Hamburg eröffnet. Mehr →

Rauchschwalbenjunge im Nest - Foto: Leo/fokus-natur.de

Heißen Sie Schwalben willkommen

So können Sie den Sommerboten helfen

Kunstnester, Lehmpfützen oder Kotbrettchen: Um Schwalben zurück an Ihr Haus zu holen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Wir stellen die wichtigsten vor, damit sich die beliebten Flugkünstler und Sommerboten sich bei Ihnen wohl fühlen. Mehr →

Adresse & Kontakt

NABU Hamburg
Klaus-Groth-Str. 21
20535 Hamburg

Telefon 040.69 70 89-0 | Fax - 19
info@NABU-Hamburg.de

Fragen zu Natur und Umwelt?
Telefon 030.28 49 84-6000

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