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Gespinstmotten

„Verschleierte“ Bäume in Hamburgs Parks zu beobachten

Oft sind in Parkanlagen sowie an Weg-, Straßen- und Waldrändern silbrig glänzende, kahlgefressene Bäume und Sträucher zu sehen. Verantwortlich hierfür sind die Raupen einiger Arten der Gespinstmotten.


Sie sind wieder da: in Parkanlagen sowie an Weg-, Straßen- und Waldrändern, wie beispielsweise in Rahlstedt und Duvenstedt, stehen silbrig glänzende, kahlgefressene Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen einiger Arten der Gespinstmotten. In Mitteleuropa gibt es davon über 90 Arten. Der NABU bittet darum, die Insekten auf keinen Fall mit Gift zu bekämpfen.


Kinderstube für Raupen

Die Gespinstmotten, die zu den Schmetterlingen gehören, sind spezialisiert auf Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und gelegentlich auch Obstbäume. Es handelt sich um unterschiedliche Gespinstmottenarten, die sehr wirtsspezifisch die Blätter von nur ein oder zwei Baum- bzw. Straucharten einspinnen.
Dies birgt die Gefahr, dass sie auf der Suche nach einer neuen Wirtspflanze verhungern. Bei ihrer Suche spinnen sie alles ein, wie z.B. Gräser, Kräuter, Zaunpfosten oder ganze Bänke.
Die Raupen fressen die eingesponnene Pflanze vollständig kahl und überziehen sie mit einem Gespinst, unter dem sie leben. Der seidige Schleier dient den Raupen als Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln und vor Regen. Unter dem Schleier fressen die Raupen bis Mitte Juni die befallene Pflanze komplett kahl. Anschließend wandern sie an den Stammfuß, wo sie sich verpuppen. Schäden im Gespinst werden von einzelnen, so genannten „Wächterraupen“, repariert. Sie leben etwas länger und sichern so ihren verpuppten Artgenossen das Überleben.
Nach etwa zwei Wochen schlüpfen schließlich die Gespinstmotten und legen etwa 40 bis 80 Eier an der Rinde von den Trieben und Zweigen ihrer Wirtspflanze ab.


Keine Gefahr für Bäume und Sträucher

Gespinstmotten - Foto: Krzysztof Wesolowski

Gespinstmotten - Foto: Krzysztof Wesolowski

Tiefere Fröste und der vermehrte Einfluss der natürlichen Feinde wie Schlupfwespen, Raubwanzen und einige Parasiten bei den Eiern und Raupen sowie Vögel bei den ausgewachsenen Motten dämmen langfristig die ungehemmte Ausbreitung der Gespinstmotten ein. Ein Massenauftreten regelt sich durch das Auftreten von Parasiten und Krankheitserregern häufig von alleine. Der NABU rät daher davon ab, die Tiere mit Gift zu bekämpfen. Denn von den Insektengiften sind auch die natürlichen Feinde betroffen. Ist das Gespinst erst einmal ausgebildet, lassen sich die Raupen kaum noch bekämpfen. Die Raupen von befallenen Obstbäumen solle man daher frühzeitig absammeln. Den übrigen Sträuchern und Bäumen schadet der Befall übrigens nicht: Noch im gleichen Jahr treiben sie wieder aus.

Die Gespinste der Gespinstmotten haben übrigens nichts mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun. Dieser ist auf Eichen spezialisiert und spinnt den Baum nicht ein. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners treten auch erst später im Jahr auf.


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