Garbe Polder und Wahrenberger Polder
Zwischen Aland und Elbe liegt im Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe” ein besonderes Stück Wildnis: der Garbe- und der Wahrenberger Polder. Hier hat der NABU seit 2001 nach und nach insgesamt rund 100 Hektar Fläche gesichert – das größte zusammenhängende NABU-Gebiet in der Elbtalaue. Mit gezielten Pflegemaßnahmen erhält und entwickelt der NABU diesen Rückzugsort und sorgt somit dafür, dass die Vielfalt der Elbtalaue eine sichere Zukunft hat.
Besonderheiten der Gebiete
Die Polder zeichnen sich in erster Linie durch ihre abgeschiedene Lage aus. Fernab der zum Teil touristisch geprägten und durch Straßen erschlossenen Landstriche an der Elbe, gibt es hier weder Anfahrtsstraßen noch Zugangswege zu den Gebieten selbst. Die Tier- und Pflanzenwelt lebt hier seit jeher ziemlich ungestört – ein seltenes Plus an der viel genutzten Elbe. So konnte sich hier ein einzigartiges Mosaik aus Feuchtwiesen, Gräben, Qualmwasserzonen und Auwäldern entwickeln. Davon profitieren zahlreiche gefährdete Arten wie z.B. Seeadler, Schwarzstorch, Zwergtaucher oder Rotbauchunke.
Im nördlichen Teil der Areale, an einer Senke hinter dem Elbdeich, drängt Qualmwasser bei hohen Elbwasserständen ans Tageslicht. Uralte Kopfweiden und Eichen im Wasser erinnern hier an die Everglades in Florida. Nach Süden wird das Gelände ein wenig trockener und große Entwässerungsgräben, die schon zu DDR-Zeiten ausgehoben wurden, durchziehen die Polder.
So wirkt der NABU in den Gebieten
Ein zentrales Ziel in den Gebieten ist es, die natürliche Dynamik des Wassers zurückzubringen: Durch ein kleines Stauwerk wird der Abfluss verlangsamt, sodass sich Feuchtigkeit länger in den Wiesen und Gräben hält. Dadurch entstehen ideale Bedingungen für Amphibien wie Moor- und Laubfrosch, aber auch für Libellen und Wiesenvögel wie den Kiebitz.
Um die Vielfalt der Pflanzenwelt zu erhalten, setzt der NABU auf eine extensive Nutzung: Die Wiesen werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht oder in geringer Dichte von Rindern und Pferden beweidet. Diese schonende Bewirtschaftung verhindert Verbuschung, schafft Blühflächen und bietet vielen Insekten Nahrung. Bei jeder Mahd werden zudem Bereiche ausgespart, die den Insekten und anderen Kleinlebewesen als Rückzugsraum dienen und immer ein Angebot an blühenden Pflanzen verbleibt. Besonders im östlichen Teil des Polders konnte die Artenvielfalt durch den Einsatz von regionalem Saatgut deutlich gesteigert werden. Über die Jahre hat sich dadurch wieder eine wiesentypische Vegetation mit vielen inzwischen selten gewordenen Arten wie Wiesen-Schaumkraut, Margerite, Kuckucks-Lichtnelke oder Wiesen-Flockenblume entwickelt. Diese kommen zwar noch nicht flächendeckend vor, aber sie können sich langsam wieder ausbreiten. Parallel dazu entwickelt sich auf höher gelegenen Bereichen in Richtung Aland-Werder langsam ein Hartholz-Auwald mit Stieleichen, Flatterulmen und Eschen – ein Lebensraum, der in der Elbtalaue selten geworden ist.
Insgesamt konnten die Gebiete inzwischen recht erfolgreich wiedervernässt werden. Im östlich, außerhalb der beweideten Fläche liegenden Grünlandbereich, der bis 2015 noch relativ artenarm war, hat eine Aufwertung über regionales Saatgut inzwischen auch zu einer deutlich höheren Vielfalt an Pflanzenarten geführt.
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