Seegeniederung und Meetschower Moorkuhlen
Was die Gebiete besonders macht
Als letztes größeres und natürliches Überschwemmungsgebiet im mittleren Elbtal kommt der Seegeniederung mit dem Laascher See eine besondere Bedeutung zu. Die meist sandigen Rücken und lehmigen Senken der Niederung dienen als wichtiger Brut- und Rastplatz für Wat- und Wasservögel. Im Frühjahr ist die weite, offene Niederung Rast- und Nahrungsraum für Gänse, Sing- und Zwergschwäne, Enten und weitere gefiederte Durchzügler - besonders im Herbst und Winter fallen aber die Singschwäne durch ihre weit hörbaren Rufe auf. Ihre Brutgebiete liegen in Nordeuropa und Sibirien.
Auch aus botanischer Sicht sind die Gebiete von großer Bedeutung. Aufgrund der regelmäßigen Hochwässer ist keine intensive landwirtschaftliche Nutzung möglich. So konnten sich hier Pflanzen halten, die andernorts längst ausgestorben sind. Dazu gehören artenreiche Feuchtgrünlandgesellschaften ebenso wie charakteristische Arten der Gräben und Altwässer. Die reliefreiche Niederung bietet auf engstem Raum Lebensraum für unterschiedliche Pflanzen. Großflächig überziehen im Sommer rosa blühende Felder von Kuckuckslichtnelken oder gelbe Teppiche von Sumpfdotterblumen und Hahnenfuß die Wiesen.
Die Meetschower Moorkuhlen sind kleine Moorrestflächen im Gartower Forst und haben sich in Senken und Ausblasungswannen bilden können, die vermutlich zum Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. Eine dieser Flächen ist bereits seit fast 30 Jahren im Besitz des NABU Hamburg. Das hoch anstehende Grundwasser ermöglichte hier die Ansiedlung verschiedener Torfmoosarten, die über Jahrhunderte einen Moorkörper aufbauen konnten. Im Gartower Forst, der heute überwiegend von monotonem Kiefernforst geprägt ist, stellen diese Kleinstmoore eine Oase für viele seltene Tier- und Pflanzenarten dar. In den nass-feuchten Senken wachsen noch typische Moorarten wie das Weiße Schnabelried, das Wollgras, oder verschiedene Sphagnum-Arten. Auch der Sonnentau und der Sumpf-Bärlapp sind hier noch zu finden. Neben dem Kranich, der regelmäßig in einem flachen Moorweiher brütet, kommen auch spezialisierte Insektenarten, wie die Große Moosjungfer, der Sumpfgrashüpfer und die Schwarze Heidelibelle vor. Angrenzend befinden sich deutlich höher liegende Heide- und Kiefernwald-Bereiche. Dies sind wichtige Lebensräume für diverse Falterarten, wie z.B. den großen Speerspanner. Auf den zwischendrin verteilten, offenen Sandflächen kommen Spezialisten wie die Blauflügelige Ödlandschrecke oder der Stierkäfer vor, der hier seine unterirdischen Wohn- und Brutkammern anlegt.
So wirkt der NABU in den Gebieten
In der Unteren Seegeniederung hat der NABU Hamburg große Flächen – unter anderem am Laascher See – erworben. Ehrenamtliche haben dort monotone Kiefernforste auf ehemaligen Binnendünen entnommen, um den ursprünglichen Trockenrasen wiederherzustellen; als Erstbesiedlerin kehrte die Heidelerche zurück. Eingebettet in das Gebiet liegt zudem ein künstlich geschaffenes Feuchtbiotop, das Eisvogel, Drosselrohrsänger und verschiedenen Entenarten neue Lebensmöglichkeiten bietet. Zu den NABU-Flächen gehört auch der angrenzende alte Seegedeich: Er beherbergt eine besonders schützenswerte Pflanzengesellschaft und dient mit seinen Sandhängen mehreren Sandbienenkolonien als Lebensraum. Zugleich bildet er eine Flugschneise für Vögel und Schmetterlinge zu anderen Brachflächen und dient so der Flächenvernetzung.
In den Meetschower Moorkuhlen sichert der NABU seit fast drei Jahrzehnten eine knapp zehn Hektar große Fläche mit Restmooranteilen. Ziel ist es, den nährstoffarmen Lebensraum mit seinen selten gewordenen Arten zu erhalten: Dafür finden regelmäßige Pflegeeinsätze statt, bei denen aufkommende Kiefern und Birken entfernt werden, damit die Senken licht bleiben, die Gewässer nicht verschatten und der Wasserstand nicht weiter absinkt. Perspektivisch sollen durch kleinflächigen Bodenabtrag zusätzliche Senken entstehen, um konkurrenzschwache Moorarten gegenüber Gehölzen und dominierendem Pfeifengras zu fördern. Zugleich wird auch hier eine bessere Anbindung an benachbarte Restmoorflächen im Sinne des Biotopverbunds angestrebt.
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