Der Höhbeck
Besonderheiten des Gebietes
Aufgrund seiner naturräumlichen und biogeografischen Lage – Übergang zwischen atlantischem und kontinentalem Klima – weist der Höhbeck eine besonders große Artenvielfalt auf und vereint vielfältige Lebensräume auf engem Raum: sonnige Magerrasen und Sandtrockenrasen, artenreiche Laub- und Kiefernwälder sowie die feuchten Niederungen der Seege mit ihren Altwässern. Über 2300 Tier- und Pflanzenarten wurden hier bereits nachgewiesen, darunter seltene Pflanzen wie Silbergras, Karthäuser-Nelke und Wiesenküchenschelle. Auch Tierarten wie Heidelerche, Neuntöter, Wendehals, Ameisenlöwe und Kreuzkröte sowie seltene Schmetterlinge, Hautflügler, Wanzen, Heuschrecken und Spinnen finden auf den offenen Hängen einen Rückzugsraum. Mit seiner weiten Aussicht über die Elbe und die Niederungen ist der Höhbeck zugleich ein beliebtes Ziel für Naturfreund*innen.
Entstanden ist die Geestinsel während der vorletzten Eiszeit (Saale-Eiszeit), die vor rund 200.000 Jahren zu Ende ging. Als Stauch-Endmoräne sind Schichten aus Kiesen, Sand und Geschiebemergel aufgefaltet und aufgrund ihrer unterschiedlichen Härte mit der Zeit ungleich schnell abgetragen worden (Teppichfalten). Mehrere Quellen entspringen auf dem Höhbeck und versorgen u.a. den Thalmühlbach ganzjährig mit Wasser.
Auf dem Hochplateau des Höhbeck liegt das Grundstück der ehemaligen Funkstelle "Gartow 1" mit einem über 300 Meter hohen Gittermast, der zu Zeiten der DDR als Richtfunkverbindung nach Westberlin diente. Er wurde 2009 gesprengt, so dass heute nur noch ein großer Mast das Landschaftsbild prägt.
So wirkt der NABU in dem Gebiet
Das unbebaute Gelände wurde 2013 vom NABU erworben und wird gemeinsam mit dem Verein "Artenreich Höhbeck" und einem Landschaftspflegehof im Hinblick auf Lebensraum und Artenvielfalt erhalten und entwickelt.
Auf dem Höhbeck-Südhang bestimmen ausgedehnte sandige Trockenflächen weite Gebiete. Der enorme Reichtum an krautigen Pflanzen macht die Trockenrasen ökologisch wertvoll und sehr farbenprächtig. Damit die Trockenrasen mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt nicht zuwachsen, setzt sich der NABU für ihre regelmäßige Pflege ein. Bei Entkusselungsarbeiten werden junge Gehölze entfernt, damit licht- und wärmeliebende Pflanzen und Tiere genügend Raum behalten. Auch in den Kiefernforsten arbeitet der NABU mit ökologischen Durchforstungen daran, die Bestände naturnäher und strukturreicher zu gestalten. So entstehen lichte Waldbereiche und offene Übergänge, die vielen Tier- und Pflanzenarten zugutekommen. Zudem entwickeln sich die ehemaligen Forste allmählich zu Mischwäldern aus Stiel-Eichen, Birken und Kiefern.
Darüber hinaus lädt der NABU regelmäßig zu Exkursionen und Arbeitseinsätzen ein: Besucher*innen können den Höhbeck so nicht nur kennenlernen, sondern auch selbst einen aktiven Beitrag zum Schutz dieses besonderen Gebietes leisten.
Weitere Informationen zum Naturschutz auf dem Höhbeck erhalten Sie auch beim Verein Artenreich Höhbeck e.V.
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