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Pevestorfer Wiesen und Elbholz

Diese strukturreiche Wiesenlandschaft mit vielen Gewässern, Hecken und Sträuchern grenzt an den letzten größeren Auwaldrest Niedersachsens und hat eine große Bedeutung für die Vogel- und Amphibienwelt.


Besonderheiten der Gebiete

Ursprünglich erstreckten sich umfangreiche Auwälder beiderseits des Elbstromes. Sie sind heutzutage jedoch durch menschliche Eingriffe wie Eindeichung und Strombaumaßnahmen bis auf wenige Reste verschwunden. Einer der letzten Auwaldreste im Elbtal ist das Elbholz bei Gartow. Jahrhundertealte Stieleichen, Ulmen und Eschen wurzeln hier. Eine Reihe prächtiger, oft schon abgestorbener Alteichen prägen eindrucksvoll das Gebiet. In dem artenreichen Baumbestand nisten nicht weniger als 106 Vogelarten, darunter Kranich, Wespenbussard, Rot- und Schwarzmilan, Schwarz- und Mittelspecht und zahlreiche Nachtigallen. In den angrenzenden Gewässern brüten Graugans, Zwerg- und Haubentaucher sowie verschiedene Entenarten. Für den vom Aussterben bedrohten Eichenheldbock, eine große Käferart, ist das Elbholz mit seinen bis zu 600 jährigen Eichen sogar einer der letzten Lebensräume überhaupt in Deutschland.

Im Westen des Elbholzes erstrecken sich die Pevestorfer Wiesen bis an die Nord- und Osthänge des Höhbeck, einer inselartigen Geestkuppe, die weithin sichtbar aus der flachen Landschaft der Gartower Elbmarsch aufragt. Bei Elbhochwasser drückt sogenanntes "Qualmwasser" unter den Deichen hindurch in die binnendeichs liegenden Tümpel und Senken der sich flach dahinstreckenden Wiesen. Dadurch entsteht ein Lebensraum, der zeitweise Wasser führt und zu anderen Zeiten wiederum austrocknet - ideal für Lurche, Insekten und altertümliche Süßwasserkrebse. Alle elf Amphibienarten, die überhaupt an der Mittleren Elbe zu finden sind, wurden schon in den Pevestorfer Wiesen festgestellt. Hierzu gehören die Rotbauchunke, der Gras-, Moor- und Laubfrosch sowie die Erd-, Kreuz- und Knoblauchkröte - ein Schlaraffenland für Störche, die man häufig durch die nassen Wiesen schreiten sieht. Hier blühen auch noch das Knaben- und das Tausendgüldenkraut sowie die leuchtend blaue Sibirische Schwertlilie.

In den Dürrejahren seit 2018 haben die Amphibienbestände jedoch stark gelitten. Der ehemals häufige Moorfrosch ist fast verschwunden. Der NABU setzt sich schon lange für einen besseren Wasserrückhalt in der Fläche ein. Inzwischen gibt es auch Unterstützer*innen auf Seiten der Landwirtschaft. Auch Wiesenvögel, die bundesweit rapide im Bestand abnehmen, sind in den Pevestorfer Wiesen stark zurückgegangen. So sind Kiebitze und Braunkehlchen nur noch mit wenigen Brutpaaren vertreten, die Bekassine seit 2010 sogar gänzlich aus den Pevestorfer Wiesen verschwunden. Bei anderen Arten wie dem Kranich oder der Graugans sieht es deutlich besser aus. Ehemals selten, sind sie heute regelmäßig anzutreffen. Positiv hat sich auch der Bestand von Grauammer und Drosselrohrsänger entwickelt. Stabil sind die Bestände der Heckenbrüter wie Neuntöter und Dorngrasmücke.


So wirkt der NABU in den Gebieten

Kraniche mit Nachwuchs - Foto: Frank Hoffmann/www.naturgucker.de

Kraniche mit Nachwuchs - Foto: Frank Hoffmann/www.naturgucker.de

Der NABU konnte hier vor fünf Jahrzehnten mit den ersten Flächenkäufen den Grundstein für das Naturschutzgroßprojekt in der Elbtalaue legen und begann 1973 mit seinem Kranichschutzprogramm. Seither ist die Entwicklung des Kranichbestandes ein großer Erfolg, sechs von acht Brutpaaren brüten im Gebiet Pevestorfer Wiesen/Elbholz auf vom NABU angelegten Brutgewässern. Die meisten Gewässer sind durch Bodenabbau für den Deichbau entstanden, wobei die Ausgestaltung der Ufer und Flachwasserbereiche in Abstimmung mit dem NABU als Eigentümer erfolgte.

Zudem setzt sich der NABU für den Erhalt und die Entwicklung der Feuchtwiesen und Auwälder ein. Durch eine extensive Bewirtschaftung (schonende Mahd und Beweidung) werden die Wiesen für bodenbrütende Vogelarten und lichtbedürftige Feuchtwiesenpflanzen offengehalten. Ziel ist auch kleinräumig und wechselnd ungenutzte Bereiche zu belassen, um Rückzugsräume für Insekten und andere Kleintiere zu erhalten. Im Elbholz unterstützt der NABU Maßnahmen, die den Wald naturnah erhalten und Brutplätze für Vögel und Fledermäuse sichern – etwa durch den Schutz alter Bäume oder das Anlegen von Totholzstrukturen. Darüber hinaus lädt der NABU regelmäßig zu Führungen, Exkursionen und Arbeitseinsätzen ein. So können Interessierte die Schönheit und Vielfalt des Gebietes erleben und gleichzeitig selbst aktiv zum Schutz der Pevestorfer Wiesen und des Elbholzes beitragen.


weitere Projektgebiete in der Elbtalaue

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Im NABU-Schutzprojekt in der Elbtlaue gibt es die seltene Grauammer noch. Wir haben jetzt die Chance ihr Schutzgebiet zu vergrößern. Helfen Sie!

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