NABU-Mitarbeiter bringen Nistkästen in Rissen an - Foto: Lars Habenicht
Aktionen für den Artenschutz am Gebäude
Vögel, die an Gebäuden nisten, wie zum Beispiel Haussperling, Mauersegler oder Mehlschwalbe, geraten in Hamburg immer mehr in Wohnungsnot.
Grund sind die vielen Sanierungsvorhaben der Stadt. Werden alte Gebäude saniert oder neue gebaut, verschwinden meist Nischen und Spalten in Fassaden. Genau dort bauen sogenannte Gebäudebrüter aber ihre Nester. Als Ersatz für den verlorenen Lebensraum bringt der NABU Hamburg daher an geeigneten Orten in der Stadt Nistkästen an.
Beispiele unserer Aktivitäten:
15 Nistkästen für Trauerschnäpper, Meisen und Kleiber
auf dem Gelände der PRO Stiftung in Rissen
Im Frühjahr 2026 hat der NABU Hamburg auf dem Gelände der Seniorenwohnsiedlung PRO Stiftung in Rissen alte Nistkästen entfernt und durch neue ersetzt. Insgesamt wurden 15 Kästen für Trauerschnäpper, Meisen und Kleiber aufgehängt, einige davon mit Marderschutz. Zehn Kästen wurden von der PRO Stiftung gestellt und fünf Kästen mithilfe des Projekts „Ein Herz für Vögel – 555 Nistkästen für Hamburg“ gespendet. Das Projekt wurde von "Bingo! - Die Umweltlotterie" unterstützt.
Trotz anfänglicher Skepsis einiger Anwohner*innen der Wohnsiedlung, warum denn die alten Nistkästen entfernt wurden, war die Freude ausgesprochen groß, als die neuen und langlebigeren Modelle angebracht wurden. Kästen aus Holzbeton isolieren nicht nur gut, sondern halten auch mehrere Jahre länger als hölzerne Modelle. Den Vögeln war die Aufregung über die neuen Nistkästen anzumerken und vor allem Blau- und Kohlmeisen haben diese direkt inspiziert. Die neuen Kästen bieten den Vögeln für lange Zeit ein Zuhause und den Bewohner*innen der Seniorenwohnanlage die Möglichkeit, die Vögel vom eigenen Fenster aus zu beobachten. Zum Abschluss wurden die Standorte von NABU-Aktiven digitalisiert, um das Finden der Kästen bei zukünftigen Reinigungsarbeiten zu erleichtern.
Nistkästen für Turmfalken, Dohlen, Stare und Sperlinge
im Otto-von Bahrenpark und auf dem Gelände der alten Marzipanfabrik
Die alte Marzipanfabrik wird gerade abgerissen. Deshalb brauchen Gebäudebrüter hier neue Wohnraum-Möglickkeiten.
Im Otto von Bahrenpark und auf dem Gelände der alten Marzipanfabrik haben wir daher 11 Starenkästen und 8 Sperlingskästen in Bäumen angebracht.
Nebenan, am alten Gaswerk, hängen nun außerdem ein Turmfalkenkasten sowie drei Dohlenkästen mit bestem Blick über die Stadt.
Gesponsert hat die Nistkästen die Hollmann und Partner Vermögensverwaltung GbR.
10 Nistkästen für Haussperlinge
am Bahnhof Altona
Der Bestand von Haussperlingen ging in Altona vor einigen Jahren stark zurück. Um dem entgegenzuwirken, hat der Bezirk Altona vor etwa sechs Jahren Nistkästen für Haussperlinge rund um den Bahnhof Altona installiert. Der NABU Hamburg hat die Aufhängung fachlich begleitet. Seitdem kümmert sich die ehrenamtliche NABU-Gruppe um die Pflege und Inspektion der Nistkästen.
Da Haussperlinge am liebsten unter Dächern brüten, ist es meist nicht so einfach, sie in Nistkästen zu locken. Nun sind mindestens vier der zehn Nistkästen am Bahnhof Altona besetzt. Das ist ein großer Erfolg, bedenkt man, dass vor einigen Jahren Haussperlinge in Nistkästen an Bäumen eine Seltenheit waren.
33 Nistkästen für Dohlen & ein Turmfalkenkasten
in Ottensen
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Dohle am Nistkasten - Foto: Marco Sommerfeld
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Dohle am Nistkasten im Röhringviertel in Altona - Foto: Marco Sommerfeld
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Dohle am Nistkasten im Röhringviertel in Altona - Foto: Marco Sommerfeld
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Dohle an der Ottensener Kreuzkirche kurz nach der Installation des neuen Nistkastens - Foto: Marco Sommerfeld
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Turmfalken an ihrem Nistplatz an der Kreuzkirche in Ottensen - Foto: Marco Sommerfeld
2013 wurden an den Gebäuden der Wohnungsbaugesellschaft Altoba in Ottensen Sanierungsarbeiten durchgeführt. In dem Zuge wurden die Schornsteine an den Gebäuden abgerissen. Diese waren Nistplatz einer Dohlenkolonie. NABU-Mitglied Frank Rettmer meldete dem NABU Hamburg den Abriss der Brutplätze. So konnte der NABU als Ausgleich die ersten Dohlennistkästen an den sanierten Gebäuden installieren.
Zudem installierte Frank Rettmer ehrenamtlich mit der Kirchengemeinde drei Dohlennistplätze und einen Brutplatz für Turmfalken in der Kreuzkirche Ottensen. Nach und nach brachte die Altoba in Zusammenarbeit mit dem NABU Hamburg weitere Kästen für die verloren gegangenen Nistplätze an.
Dohlen sind sehr standorttreu und die Umsiedlung in die Brutkästen war kein Selbstgänger. In den ersten Jahren wurden die Kästen erstmal inspiziert, nach und nach haben die Dohlen sie auch zögerlich angenommen. NABU-Aktiver Reiner Hock war dieses Frühjahr mehrmals im Viertel unterwegs, um die Brutbesiedlung der Kästen für den NABU zu beobachten. Das Ergebnis: Inzwischen sind mehr als die Hälfte aller angebrachten Nistplätze belegt. Das spricht für ein sehr erfolgreiches Gebäudebrüter-Projekt.
10 Nistkästen für den Haussperling
im Lohsepark in der Hafencity
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bewohnter Haussperling-Nistkasten in der Hafencity
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Nistkasten-Aktion in der Hafencity | Foto: NABU/ F.Schmidt-Lewerkühne
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Aufhängen eines Haussperling-Nistkastens in der Hagencity | Foto: NABU/ F.Schmidt-Lewerkühne
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Haussperling im Nistkasten | Foto: NABU/ F.Schmidt-Lewerkühne
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Haussperlings-Nistkästen in der Hafencity | Foto: NABU/ F.Schmidt-Lewerkühne
In der Hafencity gibt es durch die vielen modernen Gebäude ohne Nischen und Spalten kaum Nistmöglichkeiten für Haussperlinge. Deshalb muss gerade in Stadtteilen wie der Hafencity die zurzeit gute Sperlingspopulation gezielt weiter gefördert werden, z.B. mit Nistkästen und der Anlage von attraktiven, nahrungsreichen Grünanlagen. Gemeinsam mit dem Netzwerk Hafencity im Lohsepark haben wir daher in der Hafencity zehn Nistkästen für Haussperlinge angebracht. Die Nistkästen wurden gut angenommen und in der Hafencity ist nun wieder mehr Tschilpen zu hören.
mehr Infos zu Gebäudebrütern
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