Haussperling im Schnee - Foto: Frank Derer
Immer weniger Haussperlinge in Hamburg
Die Hamburger Ergebnisse der "Stunde der Wintervögel" 2026
Mehr als 145.000 Menschen haben bei der „Stunde der Wintervögel“ am zweiten Januarwochenende mitgemacht und mehr als 3,27 Millionen Vögel in über 102.000 Gärten und Parks gezählt. „Das ist das drittbeste Teilnehmenden-Ergebnis aller 16 Zählungen und ein Plus von etwa 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, freut sich NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann. Er vermutet: „Schnee und Frost haben für das passende Winter-Feeling gesorgt, so dass viele Menschen Lust hatten, sich mit den Wintervögeln im Garten zu beschäftigen.“ In Hamburg haben sich 2.605 Menschen beteiligt, deutlich mehr als im Vorjahr (1.943 Teilnehmer*innen).
Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Zählung. Mit im Schnitt gesichteten 32 Vögeln wurden bundesweit noch nie so wenig Individuen pro Garten oder Park gemeldet wie in diesem Jahr. In Hamburg waren es sogar nur 23 Vögel pro Garten. Zur ersten Zählung 2011 waren noch 45,8 Vögel im Bundesdurchschnitt gemeldet worden.
Über die vielen Jahre ,Stunde der Wintervögel‘ lässt sich leider ein stetiger Abwärtstrend beobachten. Damit reihen sich auch häufige Arten, wie Amseln, Meisen, Finken und Spatzen in den zunehmenden Schwund der Vogelbestände ein, wenn es auch hier nicht so dramatisch abwärts geht, wie das bei den Agrarvögeln der Fall ist.
NABU-Vogelschutz-Experte Julian Heiermann
Spatzenverluste in den beiden größten Städten
Besonders auffällig ist der große Rückgang der beiden Spatzenarten. Bundesweit wurden sie 15 Prozent (Haussperling) und 10 Prozent (Feldsperling) seltener gesichtet als im Vorjahr. Am stärksten betroffen ist Berlin: Die Sichtungen des Feldsperlings lagen in diesem Jahr um 30 Prozent niedriger als 2025, beim Haussperling sind es sogar 45 Prozent weniger. Dieser Negativtrend zeigte sich auch in Hamburg. „Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen“, so Heiermann. „Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind. In Berlin könnten ungünstige Witterungsbedingungen in diesem Jahr den Rückgang verstärkt haben.“
Wo Verlierer sind, gibt es auch Gewinner: Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Buchfink und Rotkehlchen kamen teils deutlich häufiger als im Vorwinter an die Futterhäuser. Auf diese fünf Arten entfällt in nahezu allen Regionen der Löwenanteil an Zunahmen. Von den mittelhäufigen Arten zeigten unter anderem Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige Beobachtungsanstiege.
Trotz seines Negativtrends liegt der Haussperling bundesweit immer noch ganz vorn in der Rangliste der am häufigsten gesichteten Vögel. Es folgen Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling. In Hamburg hat es bei den ersten drei Plätzen keine Veränderung gegeben: Die Kohlmeise ist erneut Hamburgs Wintervogel, gefolgt von Blaumeise und Amsel. Das Zählergebnis der Amsel sorgte bei den Ornithologen für Erleichterung. Sie wurde in Hamburg wieder deutlich öfter gesehen, nachdem ihr Bestand in den letzten Jahren sehr unter dem Usutu-Virus gelitten hatte. Ebenfalls erfreulich: Auch Buchfink und Rotkehlchen tauchten wieder häufiger auf.
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 16. Mal statt. Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai 2026 statt.
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