Der Gewinner 2025, die Initiative "100.000 Schmetterlinge für Lurup" - Foto: Ilka Bodmann
Gewinner des Hanse-Umweltpreises 2025
Mit gutem Beispiel voran für Natur und Klima
Am Donnerstag, den 20. November, gaben der NABU Hamburg und die Stiftung Globetrotter Ausrüstung die Gewinner des Hanse-Umweltpreises 2025 für Natur- und Klimaschutz bekannt. Insgesamt 15 Projekte wurden für den Wettbewerb eingereicht. Der Hanse-Umweltpreis wird seit 1995 vergeben und würdigt Engagement für Umwelt- und Naturschutz in Hamburg. Der Hanse-Umweltpreis ist mit insgesamt 6.000,- Euro dotiert und wird von der Stiftung Globetrotter Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Der Gewinner erhält 3.000,- Euro. Der 2. Platz ist mit 2.000,- Euro dotiert, der 3. Platz mit 1.000,- Euro.
Die diesjährigen Gewinner sind: Die Initiative „100.000 Schmetterlinge in Lurup (1. Preis), der Lauftreff Alstertal e.V. (2. Platz) und das Gymnasium Meiendorf aus Rahlstedt (3. Platz).
Den ersten Preis erhält in diesem Jahr die private Initiative „100.000 Schmetterlinge in Lurup“, die von Luruper Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen wurde. Zu den Gründern gehört auch Klaus Hillen, der die Auszeichnung bei der Preisverleihung in der NABU-Geschäftsstelle entgegennahm.
Seit 2022 haben die Mitglieder der Initiative ca. 40 Renaturierungsprojekte in Privatgärten, auf Schul- und Kirchengeländen, bei Wohnungsbaugesellschaften und auf öffentlichen Grünflächen durchgeführt – rein ehrenamtlich und ohne Förderung. Diese Flächen wurden naturnah, insekten- und kleintierfreundlich umgestaltet. Das Ziel ist, die Biodiversität im eigenen Stadtteil zu schützen und zu verbessern. Die Initiative „100.000 Schmetterlinge in Lurup“ schafft so langfristig artenreiche Naturräume als Biotopverbund direkt vor der eigenen Haustür. „Diese Initiative zeichnen wir mit großer Freude mit dem 1. Platz aus“, kommentiert Tobias Hinsch, Geschäftsführer des NABU Hamburg. „Die Tatkraft der Teilnehmenden ist sehr beeindruckend. Einfach mal gemeinsam anpacken und dem Problem des Biodiversitätsverlustes etwas entgegensetzen, das ist sehr inspirierend.“ Auch Thomas Lipke von der Globetrotter Stiftung zeigt sich begeistert: „Dieses Projekt wurde mit der Zeit immer größer, weil immer mehr Menschen, Unternehmen und Institutionen überzeugt wurden und mitmachen. Das Preisgeld ist hier gut angelegt und wird die Initiative hoffentlich bei vielen weiteren Renaturierungsmaßnahmen unterstützen.“
Mit dem 2. Platz wurde der Lauftreff Alstertal e.V. ausgezeichnet. Der Verein hatte sich schon einmal beim Hanse-Umweltpreis beworben – ohne Erfolg. Er hat nachgebessert und es in diesem Jahr einfach noch einmal versucht. Prämiert wird der MidSummerRun – Hamburgs ersten Nachhaltigkeitslauf. Überzeugt hat die Jury der Vorbildcharakter der Veranstaltung: Hier können sich andere Sportvereine viel abgucken, denn der Lauftreff Alstertal e.V. zeigt, dass Sportveranstaltungen nachhaltig durchgeführt werden können. Hierbei ist es die Summe der kleinen Veränderungen, die das große Ganze verbessern. So gibt es beim MidSummerRun eine zentrale Müll- und Wertstoffsammelstelle mit Vorsortierung in Körben. Die Starttüten sind Bio-Komposttüten. Es gibt keine Give-aways oder Flyer, dafür werden kleine Saattüten mit einer regionalen, bienenfreundlichen Saatmischung verteilt. Alle nötigen Printprodukte sind auf Recyclingpapier gedruckt, Werbung wird möglichst digital gemacht. Die Versorgung der Teilnehmer*innen und Helfer*innen ist bio und regional, Wasser gibt es nur in Pfandflaschen. Als Becher werden ausschließlich reine unbeschichtete Papierbecher oder Faltbecher benutzt. Die Streckenmarkierung wird mit umweltfreundlicher Kreide aufgetragen. Es gibt Öko-Komposttoiletten und die Läufer*innen erhalten Holzmedaillen mit Baumwollkordel. Die Gewinner*innen des Laufs erhalten eine anteilige Finanzierung für einen Hamburger Straßenbaum.
Der dritte Preisträger ist das Gymnasium Meiendorf aus Rahlstedt. An der Schule ist ein umfangreiches Umweltprojekt entstanden, das Renaturierung, Biodiversität und Klimaschutz eng mit Unterricht und Schulkultur verbindet. Insbesondere dieses Ineinandergreifen von praktischem Naturschutz und theoretischen Unterrichtsinhalten hat die Jury des Hanse-Umweltpreises überzeugt. Ein Nutzgarten wurde ein angelegt, ein Wildgarten, Teiche, ein Tiny Forest (Miyawaki-Prinzip) sowie Wildblumen- und Kräuterflächen. Ein zentrales Element des Projekts ist die Anlage mehrerer naturnaher Teiche mit angrenzenden Feuchtbiotopen, die nicht nur zur Regenwasserspeicherung und -nutzung dienen, sondern eigenständige Ökosysteme für Amphibien, Libellen, Wasserkäfer, Sumpfpflanzen und Vögel bilden. Ergänzt wird das Projekt durch ein Grünes Klassenzimmer, regelmäßige Garten-Samstage und die feste Verankerung im Curriculum der Schule. Schüler*innen erleben Natur hautnah, übernehmen Verantwortung und gewinnen praktisches Fachwissen für Biologie, Geografie und Chemie. Lehrkräfte nutzen den Garten als Lern- und Forschungsraum, Eltern und Großeltern gestalten aktiv mit. Zudem dient ein Teil des Geländes als Erholungsraum für die umliegende Nachbarschaft.
Der Hanse-Umweltpreis wird auch 2026 vergeben. Bewerbungen können bis zum 26. September 2026 eingereicht werden.
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