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Schnelle Eisenmänner

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NABU-Team erkämpfte beim OstseeMan Triathlon wieder Spende für den Vogelschutz

02. August 2009 - Wo ist der dritte Mann? Im letzten Jahr hatten die NABU-Triathleten am Vorabend des OstseeMans noch nach der dritten Boje gesucht. Doch in diesem Jahr warteten Radler Björn und Schwimmer Bernd auf ihren Läufer Frank. Mit ihm wollten die beiden Sportler als NABU-Staffel beim 8. OstseeMan am 2.August 2009 wieder für den Vogelschutz antreten und ihre Triathlon-Zeit von 2008 (10:31 Std.) verbessern. "Für unsere Vögel. Jede Minute zählt.", lautete das Motto. Für jede Minute besser als 2008 hatte die Firma Globetrotter Ausrüstung versprochen, 50,- Euro an den NABU Hamburg für den Vogelschutz zu spenden. Doch was nun? Konnten Björn und Bernd diese Herausforderung ohne Frank noch bewältigen? Der Wille dazu war da. Björn stellte sich mental darauf ein, nicht nur die Radelstrecke von 180 km zu absolvieren, sondern auch noch den Marathon zu laufen. Zwar ohne Vorbereitung, aber immerhin mit den Top-Laufschuhen von Bernd hätte sich Björn als echter "Ironman" beweisen können. Die Anspannung der beiden Freunde und Nachbarn wuchs, je später der Abend wurde. Die erlösende Nachricht, dass Frank im Anmarsch war, brachte schließlich Skalli der Campingwart. Gut gelaunt fuhr Frank schließlich mit seinen drei Kindern vor den Zelten seiner wartenden Staffelkollegen vor. Obwohl Kommunikationsprofis, gab es in der Feinabstimmung offenbar leichte Missverständnisse. Doch nun stand dem sportlichen Wettkampf für den Vogelschutz nichts mehr im Wege.

Die äußeren Bedingungen am Wettkampftag waren ideal. Der Himmel war bewölkt, und es war nicht zu warm. Die Flensburger Förde war spiegelglatt. So war Schwimmer Bernd guter Dinge. Er stellte sich gleich ganz vorne an die Startlinie, um einen möglichst ungebremsten Start hinzulegen. Es gelang. Bernd katapultierte sich nach vorne und war nach nur 200 Metern schwimmen - schon erschöpft. Aber er hielt durch, berappelte sich und kraulte stetig weiter, kreuzte mit anderen Schwimmern, wurde überschwommen oder überschwamm selber. Es war zeitweise ein heilloses Durcheinander. Die einzigen, die sich raushielten, waren die Quallen. Sie tauchten einen Meter unterhalb der Schwimmer. Nach der letzten Wendeboje wollte Bernd noch einmal richtig angreifen. Doch die Arme waren schwer wie Blei. Noch schwerer kam er schließlich aus dem Wasser und lief, angespornt durch die Jubelrufe seiner Familie, in einem Pseudosprint zur Wechselzone, wo er nach 1:08 Stunden, sechs Minuten früher als 2008, Björn seinen Staffelchip übergab. In dem Getümmel der Wechselzone entdeckte Bernd den einzigen Stuhl und ließ sich darauf fallen. Nichts ging mehr.

OstseeMan2009_17

Und weg ist er: Frank auf seiner letzten Runde vor dem gemeinsamen Zieleinlauf mit Björn und Bernd.

Björn aber raste los. Er hatte sich vorgenommen, die 180 km Radelstrecke in sechs Stunden minus X zu fahren. Ob er das schaffen würde? Oder konnte er seine Rekordzeit von 2008 (5:41 Stunden) sogar wieder einstellen? Seine Vorbereitungszeit hatte sich in diesem Jahr schwierig gestaltet. Das verhieß Spannung pur für das Rennen. Bis die NABU-Fangemeinde, bestehend aus drei Erwachsenen und acht Kindern, an der Radstrecke eintraf, war Björn schon drei Runden gefahren. Ein Lächeln glitt ihm über das Gesicht als er seine beiden Töchter am Streckenrand entdeckte. Seine Staffelkollegen Frank und Bernd fingen indes an zu rechnen: Wie lange hatte er für vier Runden gebraucht? Was ließ sich daraus für die beiden verbliebenen ableiten? Würde er den Zugewinn von sechs Minuten durch Bernd wieder ausgleichen? "Für unsere Vögel. Jede Minute zählt!", das Motto war allgegenwärtig. Schnell wurde ihnen klar, dass Björn seine 2008er Zeit nicht halten können würde. Björn kämpfte nicht nur mit Steigungen, lahmen Muskeln und wundem Hinterteil, sondern entging auch nur knapp einem Unfall: In einer Kurve waren bereits zwei Radler gestürzt. Geistesgegenwärtig steuerte er seinen Renner auf das nächste Feld und entging so nur knapp einem schmerzhaften Fall auf den Asphalt. Nach 5:57 Stunden erreichte er schließlich sein Ziel. Respekt! Auch für ihn hieß es nun nur noch: sitzen. Nichts ging mehr.

Voller Elan lief Frank los. Er hatte in den vergangenen Wochen und Monaten Hunderte von Trainingskilometern absolviert und war damit bestens für den Marathon vorbereitet. Dachte er zumindest. Peilte er zunächst die 3:15 Stunden an, dämmerte es ihm spätestens in der dritten Runde, dass es sich in Glücksburg um eine "Sch...strecke" handelte. Die NABU-Fanzone, die er insgesamt fünfmal durchlief, gab alles um ihn aufzumuntern und zu motivieren, ja gerade zu beschleunigen. Ein bisschen half es. Am Ende verbesserte Frank sich um 11 Minuten auf 3:24 Stunden. Eine Superzeit, die Björns Zeitverlust fast ganz allein ausglich. Mit Frank ging was. Wenn es darauf ankommt, ist er da, der dritte Mann!

OstseeMan 2009 NABU-Staffel nach dem Zieleinlauf

Die NABU-Staffel nach dem Zieleinlauf: Björn Loss, Frank Griesel und Bernd Quellmalz (v.l.n.r.)

Bei 10:29 Stunden "flogen" die drei NABU-Sportler schließlich gemeinsam durch das Ziel. "Wir freuen uns, dass wir uns im Vergleich zu 2008 verbessern konnten, leider wider Erwarten nur um zwei Minuten", zog Bernd Quellmalz Bilanz. In der Gesamtwertung der 106 teilnehmenden Männer-Staffeln kletterte das NABU-Team damit auf den 54. Platz (2008: Platz 62 von 120 Staffeln). Matti Heilmann von der Firma Globetrotter Ausrüstung ist deshalb beeindruckt von der Leistung der NABU-Staffel: "Wir verzehnfachen die Prämie pro Minute auf 500,- Euro und wollen damit ein Vorbild für andere sein, für die Naturschutzarbeit des NABU zu spenden. Wir freuen uns, dass wir so den Vogelschutz mit 1.000,- Euro unterstützen können und gratulieren dem NABU-Team zu der sportlichen Leistung."

mehr Alle Ergebnisse und Infos unter www.ostseeman.de

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