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Jagd

Jagd in Hamburg - immer noch nichts gemerkt

Jagdzeiten in Hamburg - ein Geschenk für die Jägerlobby!

In den vergangenen Jahren änderte der Hamburger Senat mehrfach die Jagdzeiten - meist gegen den Willen des NABU und anderer Naturschutzverbände. Dabei ließ er anerkannte Instrumente des Naturschutzes, wie z. B. die Rote Liste der bedrohten Tierarten außer Acht. Immer noch ist es beispielsweise möglich, Jagd auf stark gefährdete Arten wie Rebhuhn und Waldschnepfe zu machen. Nach Ansicht des NABU ist das ein Skandal!

Die Ausweitung der Jagdzeit auf den Dachs begründete der Hamburger Landesjagdverband (LJV) mit den angeblich stark gestiegenen Dachs-Beständen. Doch blieb der LJV den Beweis für diese Aussage bis heute schuldig. Eine Bestandszählung ergab sogar eine Reduzierung der Bestände. Die Folge war eine Beibehaltung der Jagdzeit vom 16. September bis zum 31. Oktober.

Leider finden die fundierten ornithologischen Daten aus Hamburg, die mehr als 130 ehrenamtliche Vogelkundler regelmäßig sammeln, kaum Niederschlag bei den Entscheidungen für oder gegen die Jagd. Bisher hat niemand messbare Schäden durch Höckerschwan, Ringeltaube, Rabenkrähe und Elster in Hamburg nachweisen können. Es reicht die Aussage der Jäger, dass diese Arten Schaden anrichten können, als Begründung für die Bejagung aus. Eine Prüfung der wirklichen Schäden erfolgt, wenn überhaupt, höchstens durch die Bezirksjägermeister.

Jagd in Naturschutzgebieten - Wozu sind Schutzgebiete da?

Höckerschwan

Höckerschwan

Weiterhin erlaubten Hamburgs Regierende den Jagdlobbyisten die Jagd in vielen Naturschutzgebieten. Auch bei diesen Entscheidungen blieben die meisten Argumente des NABU ungehört. So darf z. B. schon im Mai im Naturschutzgebiet "Duvenstedter Brook" auf Rehe gejagt werden. Dies stellt eine klare Missachtung der Brutzeiten vieler seltener, dort lebender Arten dar: Wespenbussard, Baumfalke und Neuntöter kehren erst Ende April aus den Winterquartieren zurück und versuchen dann ein Revier zu etablieren. Viele andere Arten wie der Kranich führen zu dieser Zeit ihre Jungen.

Ähnliches gilt für andere Schutzgebiete, insbesondere für die Naturschutzgebiete "Boberger Niederung" und "Wittmoor". Die Einwände vom NABU und anderen Verbänden konnten dies nicht verhindern. Verbissschäden und vermehrte Wildunfälle wurden in Boberg als Grund für die Bejagung von Rehen genannt. Mit Zahlen oder konkreten Untersuchungen haben die Jagdbefürworter dies aber nicht belegt. Hinzu kommt, dass man eigens für die Pflege der offenen Heidegebiete eine Herde Schafe durch das Gebiet ziehen lässt, damit die aufkommenden Bäume und Sträucher verbissen werden. Der Schutzgedanke wird so ad absurdum geführt.

Im Wittmoor ist die Jagd auf Wildschweine sogar das ganze Jahr über möglich. In allen Fällen entsteht hierdurch eine erhebliche (starke) Beunruhigung der dort lebenden, oft seltenen Tierarten sowie eine Beeinträchtigung der empfindlichen Pflanzendecke während der Vegetationsperiode. Es stellt sich somit die Frage, welchen Zweck diese Schutzgebiete dann noch erfüllen können?

mehr Jagdrecht in Hamburg

mehr Mehr zur Jagd auf der Website des NABU Bundesverbands

mehr Jagdpolitisches Grundsatzpapier des NABU (PDF, 82 kB)

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