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Mähfreier Mai

Weniger Pflege, mehr Artenvielfalt

Der NABU Hamburg ruft dazu auf, im Monat Mai auf Mäharbeiten zu verzichten. Das Ziel: Blütenpflanzen sollen sich entfalten, Insekten Nahrung finden und Vögel geeignete Lebensräume vorfinden können.

Insektentankstelle - Foto: Thomas Dröse

Insektentankstelle - Foto: Thomas Dröse

Wer im Mai den Rasenmäher stehen lässt, spart Zeit und Geld und bekommt dafür einen Garten, in dem es blüht, summt und lebt.

Die Initiative „No Mow May" entstand paradoxerweise in England. Dem Land, das für seinen gepflegten Rasen bekannt ist. Unter dem deutschen Namen „Mähfreier Mai" hat die Kampagne mittlerweile auch hierzulande Verbreitung gefunden.


Was passiert im Garten, wenn man nicht mäht?

Schon nach wenigen Wochen ohne Mahd verändert sich das Bild im Garten spürbar. Gänseblümchen, Löwenzahn und verschiedene Kräuter blühen auf, ohne dass man selbst Hand anlegen muss. Diese Blüten sind Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Mit mehr Insekten kommen auch mehr Vögel. Singvögel suchen gerade in der Brutzeit Insekten und Sämereien für ihre Jungen. Ein Garten mit blühenden Kräutern und langem Gras bietet genau das.

Langes Gras bietet darüber hinaus Lebensraum für Käfer, Heuschrecken und weitere Wirbellose. Diese bilden ihrerseits die Nahrungsgrundlage für Singvögel, die in der Brutzeit Insekten an ihren Nachwuchs verfüttern. Zusätzlich nutzen Finkenarten, darunter Grünfink, Distelfink, Gimpel und Girlitz, die Samen von Wildgräsern und Kräutern als Nahrungsquelle, besonders während der Aufzucht der Jungvögel.

Neben dem ökologischen Nutzen bietet reduziertes Mähen auch praktische Vorteile für Gartenbesitzende. Längeres Gras speichert Bodenfeuchte effizienter, ist gegenüber Trockenperioden widerstandsfähiger und benötigt entsprechend weniger Bewässerung.


Praktische Umsetzung im Privatgarten

Die vollständige Aufgabe der Mähpflege ist keine Voraussetzung für positive Effekte. Bereits kleine Maßnahmen entfalten ökologische Wirkung: Wege und Rasenkanten können weiterhin kurzgehalten werden, während größere Flächen als Blühinseln stehen bleiben. Entstehende Wildkräuterbereiche lassen sich zwei- bis dreimal jährlich mit einer Sense zurückschneiden, wobei versetztes Arbeiten Insekten Ausweichmöglichkeiten erhält. Das anfallende Schnittgut sollte nicht liegenbleiben, sondern kompostiert oder als Mulch verwendet werden. Dies fördert eine Verarmung des Bodens an Nährstoffen, was wiederum die Artenvielfalt der Pflanzengesellschaft begünstigt.

Für Gartenbesitzende, die den Artenreichtum gezielt fördern möchten, empfiehlt sich zusätzlich die Anlage kleiner Blühflächen: Auf freigelegten Bodenstellen von etwa 50 × 50 Zentimetern kann eine heimische Wildblumenmischung eingesät werden. Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen, Krokus oder Blaustern, die zur Verwilderung geeignet sind, ergänzen das Angebot an frühen Nektarquellen.


Was tun, wenn der Mai vorbei ist?

Nach der Pause lässt sich der gewachsene Rasen problemlos wieder kürzen: Rasenmäher auf die höchste Stufe stellen, das Gerät leicht vorne anheben und die langen Halme von oben abmähen.


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