Aland-Werder
Besonderheiten des Gebietes
Zu Zeiten der DDR führte der innerdeutsche Grenzzaun genau durch die Elbe-Aland-Niederung bei Schnackenburg und bewahrte damit die naturnahe Flusstalaue vor intensiven wirtschaftlichen Nutzungen. Die Aland-Niederung unterliegt dem direkten Hochwassereinfluss der Elbe und ist ein Verbreitungsschwerpunkt der Brenndolden-Auenwiesen. Am Unterlauf des Alands sind regelmäßig Biber und Fischotter anzutreffen.
Der östliche Teil des Aland-Werders ist aufgrund der vorhandenen Senken und Flachgewässer auch ein Schwerpunktgebiet für Amphibien. Bereits früh im Jahr machen sich die Moorfrösche auf den Weg zu ihren Laichgewässern. In flachen, besonnten Uferbereichen bilden die zur Paarungszeit blau gefärbten Männchen Rufgemeinschaften um Weibchen anzulocken. Ähnlich früh wandern auch Molche und Erdkröten – etwas später im Frühjahr folgen die Knoblauchkröten. Sie rufen unter Wasser und sind dadurch kaum zu hören. Der lauteste Rufer ist der Laubfrosch, der an der mittleren Elbe und ihren Nebengewässern ebenfalls einen Verbreitungsschwerpunkt hat. Die seltene Rotbauchunke ruft hier im Frühjahr und Frühsommer, insbesondere bei steigenden Wasserständen.
So wirkt der NABU in dem Gebiet
Der NABU setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die Aland-Werder-Niederung ihre besondere Vielfalt als Brut- und Rastgebiet bewahren kann. Im Mittelpunkt steht die extensive Nutzung der Wiesen: Sie werden nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht, meist erst nach dem Ende der Brutzeit, damit bodenbrütende Arten wie Kiebitz, Bekassine oder Großer Brachvogel ihre Jungen erfolgreich aufziehen können. Auch die Beweidung durch Rinder oder Pferde trägt dazu bei, die Flächen offen zu halten und gleichzeitig eine mosaikartige Struktur zu schaffen, die unterschiedlichen Arten Nahrung und Deckung bietet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflege und Entwicklung der Gewässerstrukturen. Flutrinnen und Altwasser werden offengehalten, damit Amphibien, Libellen und Fische geeignete Lebensräume finden. Diese vielfältigen Strukturen sind nicht nur für seltene Tierarten bedeutsam, sondern tragen auch dazu bei, dass der Aland-Werder seine typische Flusslandschaft bewahrt.
Neben praktischen Pflegemaßnahmen setzt der NABU auf Umweltbildung und Beteiligung. Bei Führungen, Exkursionen und Arbeitseinsätzen können Besucher*innen das Gebiet hautnah erleben und gleichzeitig zum Schutz beitragen. So verbindet der NABU im Aland-Werder den Erhalt wertvoller Lebensräume mit der Möglichkeit, Menschen für die Natur der Elbtalaue zu begeistern und aktiv einzubeziehen.
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