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Vogel des Jahres 2009 ist der Eisvogel

Vogel des Jahres 2009 ist der Eisvogel

„Fliegender Edelstein“ braucht lebendige Flüsse und Auen

vdj 2009 eisvogel auffliegend

Der Eisvogel, auch "Fliegender Edelstein" genannt ist Vogel des Jahres 2009.

10. Oktober 2008 - Der NABU und der Landesbund für Vogelschutz (LBV) haben den Eisvogel zum „Vogel des Jahres 2009” gekürt. Der Vogel, der wegen seiner Schönheit und Farbenpracht gern als „fliegender Edelstein“ bezeichnet wird, steht für lebendige Flüsse und Auen.

Der Eisvogel war bereits 1973 Jahresvogel. „Die Entscheidung, den Eisvogel nach 36 Jahren erneut zum Symboltier für das Jahr 2009 zu wählen, ist bewusst gefallen. Die damaligen Forderungen haben nicht an Aktualität verloren: Der Eisvogel braucht sauberes Wasser, naturnahe Bäche, Flüsse und Seen sowie artenreiche Talauen. Nur dort findet er seine Nahrung, überwiegend Kleinfische, und natürliche Steilwände für die Anlage seiner Brutröhren. Diese Lebensräume sind in Deutschland trotz mancher Fortschritte im Gewässerschutz immer noch Mangelware“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.

Woher der Name des etwa spatzengroßen Eisvogels (Alcedo atthis) stammt, ist strittig. Manche Deutungen leiten den Namen vom althochdeutschen „eisan“ für „schillern“ oder „glänzen“ ab. Die Bezeichnung „Schillervogel“ passt zum flirrenden Farbenspiel, das der Eisvogel im Sitzen und im Flug bietet. Andere Autoren interpretieren den Eisvogel als „Eisenvogel“ und vermuten einen Bezug auf das stahlblaue Rücken- oder das rostfarbene Bauchgefieder.

Als der Eisvogel 1973 zum ersten Mal Vogel des Jahres war, waren seine Bestände und Brutplätze wegen wasserbaulicher Maßnahmen, wachsender Wasserverschmutzung sowie Störungen durch Erholungssuchende stark zurückgegangen. Durch wirkungsvolle Abwasserreinigung hat sich die Qualität unserer Gewässer inzwischen erheblich verbessert. Auch die EU-Wasserrahmenrichtlinie setzte neue Impulse für den Gewässerschutz. Der Abwärtstrend des Eisvogels konnte so zwar gestoppt werden, jedoch hat sich der Bestand lediglich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert.
Heute gibt es in ganz Deutschland etwa 5.600 bis 8.000 Brutpaare. Doch ist der Eisvogel nirgends häufig. Denn wo Bäche und Flüsse in ein Korsett aus Stein und Beton gezwängt worden sind und Stauwehre wandernden Fischarten den Weg versperren, findet der Eisvogel weder genügend Nahrung noch ausreichend Brutmöglichkeiten. Das Umweltbundesamt stuft derzeit nur zehn Prozent unserer Fließgewässer als naturnah ein. Trotz mancher Verbesserungen zählt die naturnahe Umgestaltung vieler Gewässer daher zu den vorrangigen Aufgaben des Natur- und Umweltschutzes.

Eine Gewässerpolitik für naturnahe Flüsse, die dem Eisvogel nützt, ist auch ein wirkungsvoller Hochwasserschutz und kommt der Natur und den Menschen, die an Flüssen leben, zugute. Neben der Einrichtung von Gewässerrandstreifen und der Ausweisung von Überschwemmungsgebieten fordern NABU und LBV einen Stopp für den weiteren Ausbau der letzten freien Fließgewässerstrecken für die Schifffahrt, wie er an Elbe, Donau und Oder geplant ist.
„Wollen wir dem Eisvogel dauerhaft eine Heimat bieten, brauchen wir lebendige Flüsse“, betonten die Verbände.

mehr www.vogeldesjahres.de

In Hamburg gefährdet!

NABU fordert vom Senat mehr Bemühungen für den Gewässerschutz

Eisvogel

Der Eisvogel frisst in erster Linie Fisch, aber auch Krebse, Wasserinsekten und Kaulquappen.

In Hamburg gilt der Eisvogel als gefährdet und wird in der Roten Liste der bedrohten Tiere geführt. Eingriffe in die dynamischen Prozesse ursprünglicher Fließgewässer, wie zum Beispiel durch Kanalisierung, Uferbefestigung und Verbauungen aber auch durch Gewässerverschmutzung nehmen ihm die Nahrungsgrundlage und Nistmöglichkeiten. Der NABU fordert den Hamburger Senat auf, seiner Verpflichtung, die Hamburger Gewässer in einen naturnahen Zustand zu bringen, konsequent nachzukommen. Lebensraum für den Eisvogel könne man ohne weiteres auch in den Innenstadtlagen Hamburgs schaffen, so der NABU.

„Der Eisvogel besiedelt in Hamburg bevorzugt kleinere Gewässer“, erklärt Sven Baumung, Vogelexperte beim NABU Hamburg. „Der Eisvogel benötigt für den Bau einer Bruthöhle natürliche Abbruchkanten an kleinen Bächen und Flüssen.“ Diese gibt es zum Beispiel im Norden entlang der Alster, in den Feldmarken in Osdorf und Sülldorf oder auch im Südosten Hamburgs an der Dove-Elbe und der Bille. Die innenstadtnächsten Vorkommen befinden sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof (in einer künstlichen Nisthilfe), in Bramfeld und an der Osterbek. „Eine weitere Voraussetzung für eine erfolgreiche Brut ist ein reiches Nahrungsangebot in naturnahen und nur mäßig verschmutzten Gewässern“, erklärt der Fachmann. Insgesamt rechnet er in Hamburg mit maximal 50 Brutpaaren. Nach harten Wintern bricht die Population oft zusammen. Solche Bestandeinbrüche kann der Eisvogel meist nach fünf bis sieben Jahren wieder ausgleichen, da er dann zwei bis drei Mal pro Jahr in so genannten Schachtelbruten mit jeweils sechs bis sieben Eiern brütet.

Der NABU Hamburg hat vielerorts begonnen, Hamburgs Bäche wieder in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Regelmäßig lädt der Verband zu so genannten Gewässernachbarschaftstagen ein, bei denen die kanalisierten Bäche in kleinen Schritten wieder zu naturnahen Gewässern mit artenreichem Uferbewuchs und Abbruchkanten entwickelt werden. „Wenn nötig, kann auch eine künstliche Nisthilfe weiterhelfen“, weiß Baumung. Er fordert: „Die Stadt Hamburg ist in der Pflicht, entsprechend dem geltenden EU-Recht alle Gewässer bis 2015 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Hier muss der Senat jetzt endlich handeln, damit der Eisvogel auch in Zukunft eine Chance in Hamburg hat.“

Broschüre "Vogel des Jahres 2009" (4 MB)

Ein Platz für Mensch und Natur Eisvogel

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist sicher einer der schönsten Vögel an unseren Gewässern. Gern wird er als fliegender Diamant oder Edelstein bezeichnet. Der Eisvogel wird auf der "Roten Liste der bedrohten Tiere" geführt und ist ein anerkannter Indikator für saubere Fließgewässer und Seen. Mit 16 cm Körperlänge und einer Flügelspannweite von 25 cm ist er klein, aber sehr auffällig gefärbt. Hier erfahren Sie noch mehr über den fliegenden Diamanten, können sich Bilder aus einem Eisvogelnest anschauen oder Artikel downloaden. mehr Mehr

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