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Schnäck Ättäck

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NABU: Schnecken nicht mit Gift bekämpfen!

Nacktschnecke


02. Juni 2009 - Das trockene Frühjahr brachte Salat & Co noch Schonung vor den gefräßigen Raspelzähnen, nun greifen sie zu tausenden an: Schnecken. Doch trotz aller Schäden im Gemüsegarten sollte die Giftspritze tabu bleiben. Auch Schneckenkörner können von Vögeln aufgepickt und von Kleinsäugern und Amphibien gefressen werden und so einen natürlichen Verbündeten im Kampf gegen die schleimigen Gesellen vergiften, warnt der NABU.

Kohlkopf

Lästig: Kohlkopf wird von Schnecken angefressen.

„Im Nutzgarten sind Schnecken ein echtes Ärgernis“, weiß Diplom-Biologe Stephan Zirpel vom NABU. Während die Bänderschnecken mit ihren gestreiften Häusern kaum Anlass zur Bekämpfung sind, können die verschiedenen Arten der Nacktschnecken erhebliche Schäden an Pflanzen anrichten. Die größte Art ist dabei die Rote Wegschnecke, die bis zu 15 Zentimeter lang werden kann. Trotz ihres Namens gibt es rostrote bis pechschwarze Exemplare.

Klimawandel und Globalisierung machen auch vor Schnecken nicht halt. „Die meisten Nacktschnecken, die sich durch den Salat fressen, sind neuerdings Spanische Wegschnecken“, erklärt Zirpel. Das etwas kleinere, meist rötliche Tier könne nur von Fachleuten sicher von den einheimischen Schnecken unterschieden werden. Vermutlich durch Gemüsetransporte trat sie ihren Siegeszug vor knapp 40 Jahren an und hat ganz Europa erobert. „In manchen Gegenden haben die robusteren Spanier die Rote Wegschnecke auf die Roten Listen gedrängt.“

Gehäuseschnecken

Gefähhrden nicht unsere Ernte: Gehäuseschnecken.

Für die Bekämpfung der Schnecken im Nutzgarten empfiehlt der NABU, natürliche Feinde der Schnecken wie Igel, Kröten oder Blindschleichen im Garten zu fördern. „Diese Tiere fühlen sich allerdings nur in einem naturnah gestalteten Garten wohl“, gibt der Biologe Hamburg einen Tipp. In feuchten Sommern sollte man außerdem um gefährdete Pflanzen herum den Boden möglichst offen halten und nicht oder nur sehr dünn mulchen, damit der Boden abtrocknen kann. Zirpel: „Schnecken brauchen viel Feuchtigkeit.“

Ein probates Mittel sei auch, rund um die Beete eine breite Schicht aus Sägemehl und Kalk zu streuen. Schnecken meiden raue Oberflächen, und der Kalk verätzt ihre Sohle. Bei Regen ist diese Methode aber nur bedingt wirksam bzw. muss häufig erneuert werden. Im Fachhandel gibt es auch so genannte „Schneckenzäune“ zu kaufen, die von den Tieren nicht überklettert werden können. Bei starkem Befall ist auch ein regelmäßiges Absammeln sinnvoll. Hohlliegende Bretter mit pflanzlichen Abfällen als Köder oder große Blätter (z.B. Rhabarber) dienen als Verstecke für Schnecken, unter denen man sie dann täglich absammeln kann.

Rote Wegschnecke

Die Rote Wegschnecke wird zunehmend von der Spanischen Wegschnecke verdrängt.

Auch wenn sie immer wieder als Großmutters Geheimtipp gegen Schnecken verkauft wird: Die „Bierfalle“ bewirkt eher das Gegenteil. Mit ihrem Duft, der von den Tieren mit den kürzeren der vier Fühler aufgenommen wird, verbreitet sie regelrechte Partystimmung unter den Schnecken und lockt sie auch aus Nachbarsgarten an. Bei allem Ärger über Fraßschäden sollte man jedoch bei der Schneckenbekämpfung nicht zu eifrig vorgehen: „Schnecken sind der Gesundheitsdienst im Garten“, so Zirpel, „sie fressen verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und sind damit ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft.“

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