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„Verschleierte“ Bäume
„Verschleierte“ Bäume
NABU informiert über Gespinstmotten
Gespinstmotten spinnen ihre Wirtspflanze zu ihrem eigenen Schutz komplett ein.
27. Mai 2011 -
Sie sind wieder da: in Parkanlagen sowie an Weg-, Straßen- und Waldrändern, wie beispielsweise in Rahlstedt und Duvenstedt, stehen silbrig glänzende, kahlgefressene Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen einiger Arten der Gespinstmotten, klärt der NABU Hamburg jetzt auf. In Mitteleuropa gibt es davon über 90 Arten. Der Verband bittet darum, die Insekten auf keinen Fall mit Gift zu bekämpfen.
Kahlfraß - doch die Bäume und Sträucher erholen sich wieder.
„Die Raupen fressen die befallene Pflanze vollständig kahl und überziehen sie mit einem Gespinst, unter dem sie gesellig leben“, erklärt Diplom-Biologe Bernd Quellmalz, Sprecher des NABU Hamburg. Die Gespinstmotten, die zu den Schmetterlingen gehören, befallen Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und gelegentlich auch Obstbäume. Quellmalz: „Dabei handelt es sich aber oftmals um unterschiedliche Gespinstmottenarten, die sehr wirtsspezifisch über die Blätter von nur ein oder zwei Baum- bzw. Straucharten herfallen.“ Dies berge natürlich die Gefahr, dass sie auf der Suche nach einer neuen, nicht befallenen Wirtspflanze verhungern. Bei dieser Suche spinnen sie alles ein, was ihnen in den Weg kommt, wie z.B. Gräser, Kräuter, Zaunpfosten oder ganze Bänke. Der seidige Schleier dient den Raupen als Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln und vor Regen. „Unter dem Schleier fressen die Raupen bis Mitte Juni die befallene Pflanze komplett kahl. Anschließend wandern sie an den Stammfuß, wo sie sich verpuppen“, erläutert der Biologe. Schäden im Gespinst werden von einzelnen, so genannten „Wächterraupen“ repariert. Sie leben etwas länger und sichern so ihren verpuppten Artgenossen das Überleben. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen schließlich die Gespinstmotten und legen etwa 40 bis 80 Eier an der Rinde von den Trieben und Zweigen ihrer Wirtspflanze ab.
Auf dem Weg zu neuen Wirtspflanzen spinnen die Motten alles ein.
Tiefere Fröste und der vermehrte Einfluss der natürlichen Feinde wie Schlupfwespen, Raubwanzen und einige Parasiten bei den Eiern und Raupen sowie Vögel bei den ausgewachsenen Motten dämmen aber langfristig die ungehemmte Ausbreitung der Gespinstmotten ein. „Ein Massenauftreten regelt sich durch das Auftreten von Parasiten und Krankheitserregern häufig von alleine“, betont Quellmalz. Der NABU rät daher davon ab, die Tiere mit Gift zu bekämpfen. Denn von den Insektengiften seien auch die natürlichen Feinde betroffen. „Ist das Gespinst erst einmal ausgebildet, lassen sich die Raupen kaum noch bekämpfen“, klärt der NABU-Sprecher auf. Die Raupen von befallenen Obstbäumen solle man daher frühzeitig absammeln. Den übrigen Sträuchern und Bäumen schadet der Befall übrigens nicht: „Noch im gleichen Jahr des Befalls treiben sie wieder aus.“
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Die Christos unter den Insekten
An vielen Weg- und Waldrändern oder in Parkanlagen sieht man im Frühjahr silbrig glänzende, kahl gefressene Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen der Gespinstmotten, die die Blätter abfressen und Stämme, Äste und Zweige komplett mit einem Gespinst überziehen.
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