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Frösche und Kröten wandern
Frösche und Kröten wandern
NABU bittet Autofahrer um Rücksicht / Neue Zählaktion für überfahrene Erdkröten
14. April 2013 -
Mit der derzeit milden Witterung hat die Amphibienwanderung begonnen. Erste Tiere sind etwa in Eimsbüttel, in der Osdorfer Feldmark und am Falkensteiner Ufer, aber auch in Schenefeld und in Wedel unterwegs. Der NABU bittet Autofahrer, auf entsprechenden Strecken vorsichtig und langsam zu fahren. Zugleich ruft der Umweltverband dazu auf, überfahrene Erdkröten zu melden. Der NABU möchte damit einen besseren Überblick über das Ausmaß der Todesfälle auf den Straßen bekommen.
Amphibien legen auf ihren Wanderungen Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. „Während dieser Laichwanderung müssen die Lurche viele Straßen überqueren“, erklärt Biologe Bernd Quellmalz, Sprecher des NABU Hamburg. „Viele dieser stark bedrohten Tiere überleben das nicht!“ Die Amphibien sterben aber nicht nur durch das direkte Überrollen unter den Autoreifen. Auch der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn tötet sie. An die Autofahrer appelliert Quellmalz daher, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten, um den Druck gering zu halten und die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen. Wo Amphibien in der Hansestadt wandern, erfährt man auf der Website des NABU Hamburg.
„Seit vielen Jahren engagieren sich Naturschützer an unseren Straßen für den Schutz dieser bedrohten Tiere“, so Quellmalz. In und um Hamburg sind beispielsweise in Harburg, Bergedorf, Wedel, Duvenstedt und Rahlstedt Jahr für Jahr NABU-Gruppen aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. „Weitere Helferinnen und Helfer sind in unseren Gruppen vor Ort, aber auch in unserer Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz herzlich willkommen!“ Hilfe benötigt der NABU sofort: „Wir möchten gerne wissen, wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen“, bittet Quellmalz um Meldungen von überfahrenen Amphibien. „Mit einer aussagekräftigen Straßenopferanzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch seine eigenen Aktivitäten lenken!“
Überfahrene Amphibien bittet der NABU auf der Seite unter www.amphibienschutz.de/opfer/strassenopfer.html zu melden. Dort steht ein Meldeformular bereit, das auch mit iPhone und weiteren Smartphones aufgerufen und ausgefüllt werden kann. Die NABU-Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz trifft sich jeden 4. Mittwoch im Monat, 19 Uhr im NABU-Seminarraum, Wiesenstraße 7-9 in Hamburg-Eimsbüttel (Kontakt über Thomas Jenkel, Tel.: 040 / 21988251). Weitere Infos zum bundesweiten Wandergeschehen unter www.nabu.de/kroetenwanderung.
Amphibienwanderung
Wasserfrosch mit Erdkröte
In jedem Frühjahr spielt sich auf unseren Straßen das gleiche Drama ab: Kaum herrschen über längere Zeit Temperaturen über 5°C, beginnen die Amphibien mit ihrer Laichwanderung. Wenn sie dabei stark befahrene Straßen überqueren müssen, kann es zu regelrechten "Massakern" kommen. In extremen Fällen erleidet der örtliche Bestand an Fröschen. Kröten oder Molchen nicht nur einen Verlust. sondern ist in seinem Bestand bedroht.
Der Grund für die Wanderlust vieler Amphibienarten liegt darin. dass sie als Erwachsene zwar dauerhaft an Land leben könnten, aber hinsichtlich der Fortpflanzung noch wie ihre Vorfahren. die Fische, ans Wasser gebunden sind.
Der Trieb, zur Erhaltung der Art beizutragen, bringt die Tiere also dazu, ihre Landquartiere zu verlassen und von dort aus auf direktem Wege ihr Laichgewässer aufzusuchen. Bei einigen Arten hat diese Wanderung auf einer bestimmten Route eine unter Umständen jahrzehntelange Tradition. Probleme treten dann auf, wenn der Landlebensraum, z.B. ein feuchtes Waldgebiet, durch den Bau einer Straße vom Laichgewässer abgeschnitten wird.
Seit längerer Zeit widmen sich viele Stadtteilgruppen des NABU Hamburg diesem Problem. Die Hilfe für die Amphibien ist dort, wo sie durchgeführt werden kann, sehr effektiv. Die Tiere werden von der Fahrbahn abgesammelt oder es werden Amphibienzäune und Krötentunnel angelegt und betreut. Auch die Anlage von Ersatzlaichgewässern auf der Seite der Straße, auf welcher sich auch der Sommerlebensraum befindet, ist hilfreich. Auf diese Weise werden durch unzählige Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit zehntausend von Kröten, Fröschen und Molchen vor dem Straßentod gerettet.
Amphibienwanderung in Hamburg
Während ihrer Laichwanderungen müssen Amphibien nicht selten Straßen überqueren. Viele Tiere überleben das nicht. An die Autofahrer appelliert der NABU deshalb, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten! Hier gibt der NABU bekannt, an welchen Straßen und in welchen Gebieten in Hamburg und Umgebung Kröten, Frösche und Molche wandern.
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