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Kreuzfahrtschiffe belasten Atemluft

Kreuzfahrtschiffe belasten zunehmend Atemluft in Hamburg

NABU: „Queen Elisabeth“ ohne Abgastechnik leitet Kreuzfahrtsaison 2014 ein

07. Januar 2014 – Am morgigen Mittwoch läutet Hamburg mit dem Einlaufen der „Queen Elizabeth“ die Kreuzfahrtsaison 2014 ein. Das fast 300 Meter lange Schiff der britischen Reederei Cunard Line fährt mit Schweröl und hat – obwohl erst drei Jahre alt – keinerlei Abgastechnik. Es ist der Anfang einer Reihe von knapp 200 Kreuzfahrtschiffanläufen, die Hamburg in diesem Jahr erwartet und damit einen neuen Rekord aufstellt.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: „Hamburg und die gesamte Küstenregion werden in diesem Jahr mit mehr gesundheitsgefährdenden Luftschadstoffen aus Kreuzfahrtschiffen belastet, als je zuvor. Wir begrüßen die Ankündigungen erster Reedereien, diese Luftverschmutzung mit entsprechender Abgastechnik zu begrenzen Der Kunde hat somit erstmals die Gelegenheit zwischen vergleichsweise umweltverträglicher und weiterhin umweltzerstörender Kreuzfahrt auszuwählen. Doch auf das giftige Schweröl wollen weiterhin alle Anbieter setzen. Hier verhält sich die gesamte Branche in höchstem Maße unverantwortlich.“
Der NABU wird den Kreuzfahrtmarkt und die Neubauten in diesem Jahr wieder genau unter die Lupe nehmen. Für Reedereien, die weiterhin ungeniert auf Stickoxidkatalysator und Rußpartikelfilter bei den Schiffen verzichten, wird die Luft eng. „Wirksame Abgastechnik ist vorhanden, sie ist bezahlbar und sie ist sogar bei bestehenden Schiffen nachrüstbar. Die Zeit der Ausreden ist endgültig vorbei“, so NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

Erst im Sommer hatte der NABU am Kreuzfahrtterminal in Hamburg-Altona im Umfeld der Abgasfahne eines AIDA Kreuzfahrtschiffes enorm hohe Belastungen von rund 200.000 Feinstpartikel (Größenfraktion 20 bis 1000 Nanometer) je Kubikzentimeter Luft gemessen, also jene ultrafeinen Partikel, die besonders lungengängig sind und in die Blutbahn übergehen und somit zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs führen können.

Kein Kreuzfahrtschiff empfehlenswert

Fast alle Schiffe fallen bei NABU-Kreuzfahrt-Check durch

Fast alle Schiffe fallen bei NABU-Kreuzfahrt-Check durch

Der NABU untersuchte alle 20 Kreuzfahrschiffe, die bis 2016 für den europäischen Markt vom Stapel laufen. Fazit: 17 schaden Gesundheit und Umwelt besonders stark. Während bei einigen gute Ansätze sichtbar sind, ist Branchenführer AIDA klarer Verlierer. Keines der Schiffe besitzt einen Rußpartikelfilter, die wenigsten von ihnen eine wirksame Abgastechnik. Und dass, obwohl die Technik längst verfügbar und relativ erschwinglich ist. mehr Mehr

Senat geht die Luft aus!

NABU fordert sofortige Maßnahmen gegen Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe / Gesundheitsgefahren größer als bisher angenommen

26. Februar 2013 - Der NABU Hamburg weist die Relativierungsversuche des Senats zum Versagen bei der Luftreinhaltepolitik zurück. Der Umstand, dass auch andere Städte ihre Bevölkerung nicht ausreichend schützen, mache keinen Hamburger gesünder, so der NABU. Auf der NABU-Konferenz „Clean Air in Ports“ Anfang Februar veröffentlichte das Helmholtz-Institut neue Erkenntnisse aus Versuchen, bei denen erstmalig menschliche Lungenzellen-Kulturen den Abgasen direkt ausgesetzt wurden. Demnach sind die Risiken von Stickoxid und Rußemissionen deutlich höher als bisher angenommen. Zu einem ähnlichen Schluss war auch die Weltgesundheits-organisation WHO gekommen, die zuletzt im Januar 2013 eine Verschärfung der EU-Grenzwerte für Stickoxide und Partikelemissionen gefordert hatte.

„Dass eine so Wind-verwöhnte Stadt wie Hamburg trotzdem noch die Grenzwerte überschreitet, ist eindrucksvoller Beleg für falsche Prioritätensetzung“, ist Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg, empört. „Besonders eindrucksvoll sind die Schadstoffbelastungen aus der Seeschifffahrt, die nach Senatsberechnungen allein für ca. ein Drittel der Stickoxid-Belastungen und ein Fünftel der Partikel-Immissionen verantwortlich sind.“ Umso unverständlicher ist es aus Sicht des NABU, dass noch nicht einmal die Entscheidung für einen Landstromanschluss, den die SPD-Fraktion schon 2009 für überfällig hielt, gefallen ist und dieser womöglich erst im Zusammenhang mit der Welthafenkonferenz 2015 umgesetzt werden soll.

„Gesundheits- und Klimaschutz vernachlässigt der Senat inzwischen in einem Umfang, dass es schon europäische Abmahnungen hagelt“, meint Porschke. „Die Zeit drängt, denn neben den negativen Auswirkungen auf das globale Klima schaden Dieselrußemissionen am Ort der Entstehung der Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere in der Hamburger Innenstadt.“ Allein für 2012 wurden über 160 Liegezeiten von Kreuzfahrtschiffen verzeichnet, die 6.200 t CO2-Emissionen und 3,5 t Ruß- und Staubemissionen ausgestoßen haben. Der eingesetzte Schiffsdiesel ist hundertmal schwefelhaltiger als Autodiesel und die Schiffsabgase belasten ungefiltert die Nachbarschaft. Dieselruß erhöht erheblich das Risiko, an Krebs zu erkranken, und verursacht auch Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

„Jahr der Luft“ in Hamburg nur eine Luftnummer?

NABU mahnt beim Senat die Einrichtung eines Landstromanschlusses an

08. Januar 2013 - Der EU-Umweltkommissar Janez Potočnik hat das Jahr 2013 zum „Jahr der Luft“ erklärt. Aus diesem Anlass hat sich der NABU Hamburg jetzt noch einmal an Senator Frank Horch gewandt und die überfällige Entscheidung für einen Landstromanschluss angemahnt. Der Wirtschafts- und Verkehrssenator hatte bei der Vorstellung des Entwurfes des Luftreinhalteplanes noch die Entscheidung bis Jahresende 2012 versprochen.

„Wie lange müssen die Hamburger noch darauf warten, dass der Senat endlich ihre Gesundheit schützt?“, fragt NABU-Vorsitzender Alexander Porschke. Europaweit sterben nach Schätzungen jedes Jahr eine halbe Million Menschen vorzeitig wegen Luftverschmutzung. In Hamburg stellen die Emissionen der Schifffahrt nach dem offiziellen Entwurf des Luftreinhalteplans mit 38% den größten Einzelbeitrag bei den Stickoxidemissionen, und bei den Feinstaubemissionen werden 17% auf den Schiffsverkehr zurückgeführt. Porschke meint: „Der Senator muss nun endlich sein Versprechen erfüllen. Die endlose Verschleppung der Entscheidungen unterminiert die Glaubwürdigkeit gegenüber der EU-Kommission und könnte noch recht teuer werden.“

Stillstand beim Landstrom

NABU bedauert Vertagung der Entscheidung zu Landstromanschluss / Porschke: „Hin und Her geht zu Lasten der Umwelt, der Anwohner und der Steuerzahler.“

18. September 2012 - Der NABU Hamburg zeigt sich enttäuscht, dass Wirtschaftssenator Frank Horch die Entscheidung über einem Landstromanschluss für Kreuzfahrtschiffe am Terminal Altona erneut verschoben hat. „Trotz großer Pressekonferenz gibt es wieder keine greifbaren Ergebnisse. Kein festes Datum, keine konkrete Anzahl an Schiffen, die das Angebot nutzen können - das ist nach all den Ankündigungen wirklich ein Trauerspiel“, meint Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg.

Zwar begrüßt der NABU Hamburg die grundsätzliche Bereitschaft des Wirtschaftssenators, nun endlich einen Landstromanschluss realisieren zu wollen. Allerdings kritisiert der Verband die erneut schleppende Umsetzung, da jetzt für das rund 9 Millionen Euro teure Vorhaben erst Wirtschaftspartner gewonnen werden sollen. Somit sei mit weiterer Wartezeit bis zu einer endgültigen Entscheidung zu rechnen.

Dieses unentschlossene Vorgehen hat weitreichende Auswirkungen, nicht nur für die Umwelt. Auch der Kreuzfahrt-Industrie fehlt jetzt ein klares Signal. So strebt AIDA seit Kurzem ein alternatives Stromversorgungsmodell an. Das Unternehmen will seine Schiffe ab 2013 über ein seeseitiges mobiles Flüssiggas-Kraftwerk, eine so genannte „Power-Barge“, versorgen lassen, für das es bisher aber noch keine Genehmigungen gibt. „Die unterschiedlichen Systeme führen beim Senat zum Entscheidungsstau, der sowohl auf Kosten der Umwelt als auch mit immer weiteren Untersuchungen zu Lasten des Steuerzahlers geht“, so Porschke.

Aus Sicht des Naturschutzverbandes drängt die Zeit, denn neben den negativen Folgen für das globale Klima schaden Dieselrußemissionen am Ort der Entstehung der Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere in der Hamburger Innenstadt. Allein für 2012 sind über 160 Liegezeiten von Kreuzfahrtschiffen angekündigt, die wegen ihres Energieverbrauchs während des Aufenthaltes Schiffsdiesel verbrennen, der hundertmal schwefelhaltiger als Autodiesel ist und dessen Abgase ungefiltert die Nachbarschaft belasten. Beispielsweise erhöht Dieselruß erheblich das Risiko an Krebs zu erkranken und verursacht auch Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Jetzt handeln!

NABU mahnt Entscheidung für die Hafenstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen an / NABU: Kreuzfahrtunternehmen müssen nun Lösungen für den Fahrtbetrieb schaffen

Erdgas tanken

Ist Erdgas aus Klimasicht wirklich ein „Heilsbringer“?

14. August 2012 - Der NABU Hamburg begrüßt die Vorstellung einer zweiten Möglichkeit für die externe Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hamburger Hafen, die heute im Hafenclub vorgestellt worden ist. Die längst überfällige konzeptionelle Entscheidung des Senats werde nun noch dringlicher, so der Umweltverband.

„Das vorgestellte Konzept ist neben der Landstromversorgung eine zweite Option für den Schutz der Anwohner vor den schädlichen Abgasen aus der Kreuzfahrtschifffahrt. Jetzt kommt es darauf an, wenigstens eine der Möglichkeiten tatsächlich zu realisieren“, meint Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. „Die Zeit drängt, denn neben den negativen Auswirkungen auf das globale Klima schaden Dieselrußemissionen der Gesundheit der Bevölkerung vor Ort, insbesondere in der Hamburger Innenstadt.“ Allein für 2012 sind über 160 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen angekündigt, die insgesamt 6200 t CO2-Emissionen und 3,5 t Ruß- und Staubemissionen ausstoßen sollen, denn der eingesetzte Schiffsdiesel ist hundertmal schwefelhaltiger als Autodiesel und die Schiffsabgase belasten ungefiltert die unmittelbare Umgebung. Dieselruß erhöht beispielsweise erheblich das Risiko, an Krebs zu erkranken und verursacht Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.
Ob die vorgestellte technische Lösung tatsächlich die präsentierten Leistungen erbringen wird, werden die Betreiber allerdings noch in der Wirklichkeit beweisen müssen. Immerhin besteht der eingesetzte Brennstoff LNG weit überwiegend aus dem Klimagift Methan, das vollständig verbrannt werden muss, wenn es nicht seinerseits eine Klimabelastung werden soll.

„Sobald das Schiff den Anker im Hafen lichtet, sind Landstrom- und LNG-Optionen wirkungslos. Schon bei der Fahrt ab der Hafencity bis zur Elbeinmündung pusten die Schiffe dann weiterhin ihren Dreck in die Stadt Die Kreuzfahrtunternehmen sind nun am Zug, endlich auch den Fahrbetrieb umweltfreundlich zu machen, denn dabei entsteht ein noch viel größerer Teil der Emissionen. „Erste Schritte bestehen darin, sofort auf den Einsatz von Schweröl zu verzichten und mindestens alle Neubauten mit geeigneten Abgasreinigungsanlagen, also einem Rußpartikelfilter und einem SCR-Katalysator, auszustatten“, meint der NABU-Chef. „Nur so ist eine umfassende Abgasreduktion möglich.“ Ob hinter den Aktivitäten von AIDA wirklich das Bestreben steht, die Hamburger Luft sauberer zu machen oder - kurz vor den Cruise Days - nur eine Image-Show, bleibt abzuwarten.

Artikel aus Baltic Transport Journal 5/2011: Is LNG-mania healthy?

Landstromanschlüsse in Hamburg jetzt!

NABU übergab Wirtschaftssenator Horch eine symbolische Steckverbindung

NABU-Aktion für Landstrom 23. 02. 2012

Vor der Hamburger Wirtschaftsbehörde protestierten Umweltschützer des NABU für die sofortige Realisierung von Landstromanschlüssen in der Hansestadt.

23. Februar 2012 - Mit einer Protestaktion vor der Hamburger Wirtschaftsbehörde setzte der NABU heute seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fort. Umweltschützer protestierten mit einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein gegen die Verbrennung von giftigem Schweröl in Kreuzfahrtschiffen und forderten vom Senat die umgehende Realisierung von Landstromanschlüssen in Hamburg. Im Rahmen dieser Protestaktion übergab der NABU eine symbolische „Landstromsteckverbindung“ an den Wirtschaftssenator Frank Horch.

NABU-Aktion für Landstrom 23. 02. 2012

NABU-Chef Porschke (m.) erläutert Bernhard Proksch (2.v.r.) und Michael Pirschel (r.) von der Wirtschaftsbehörde seine Vorstellung von einer sauberen Kreuzschifffahrt.

„Landstromanschlüsse an den beiden Kreuzfahrtterminals würden zu einer erheblichen Schadstoffminderung in der Hamburger City führen“, sagt Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Der hohe Energiebedarf der Kreuzfahrtschiffe während der Liegezeiten werde zurzeit mit den Bordmaschinen gedeckt, die selbst in der saubersten Variante hundertmal dreckigeren Kraftstoff als Landfahrzeuge nutzen und über keine angemessene Abgasreinigung verfügen. Die ausgestoße¬nen Rußpartikel können Krebs verursachen und gefährden deshalb die Anwohner der Terminals. Für 2012 sind bereits über 160 Liegezeiten von Kreuzfahrtschiffen angekündigt! „Auch aus technischer sowie aus Kosten-Sicht spricht nichts mehr gegen die Einrichtung und Nutzung von Landstromanschlüssen“, weiß der NABU-Chef. „Die Gesundheit unserer Bürger und Bürgerinnen aber auch der Klimaschutz sollte dem Senat jede Mühe wert sein!“ Dass Senator Horch nach seiner Absage an einen Landstromanschluss im Mai 2011 nun doch noch dessen Realisierung prüfen lasse, wertet der NABU als seinen Erfolg. Porschke: „Um diesen Prozess noch einmal zu beschleunigen, haben wir heute schon mal eine symbolische Steckverbindung an den Senator übergeben.“

NABU-Aktion für Landstrom 23. 02. 2012

Die Vertreter der Wirtschaftsbehörde nahmen die Steckverbindung für Senator Horch entgegen und luden anschließend zu einem Gespräch ein.

Mittlerweile sind nach Kenntnis des NABU alle Argumente gegen die Einrichtung von Landstromanschlüssen ausgeräumt. Die internationalen Verhandlungen über die Normung von Anschlüssen stehen vor dem Abschluss und werden aller Voraussicht nach am 24. April 2012 eingeführt. Die früher prognostizierten Kosten von 12 Mio. Euro pro Anschluss sind auf der Basis (übertrieben) hoher Anforderungen kalkuliert worden: So sollten alle Anschlusselemente voll versenkt werden, wenn kein Schiff am Kai liegt und die Rückkühlung war auf dem Dach eines 15-stöckigen Gebäudes anzubieten. Mit realistischeren Rahmenbedingungen ließen sich die Kosten deutlich senken. Unternehmensvertreter kalkulieren auf dieser Basis Vollkosten von 16 Cent pro Kilowattstunde für den Bezug von Ökostrom. Im Vergleich zu Eigenproduktionskosten von 13 Ct/kWh (Reedereivertreter sprechen von 10-15 Ct) entstünden bei zehn Stunden Liegezeit für ein großes Kreuzfahrtschiff mit sechs Megawatt Anschlussleistung Mehrkosten von ca. 1800,- Euro, die im Verhältnis zu den täglichen Betriebskosten eines Kreuzfahrtschiffes kaum bemerkbar wären. Es müssten auch keine neuen Kraftwerkskapazitäten gebaut werden, da die Maximallast lediglich 1,6% der Spitzenlast im Hamburg-Netz betragen würde. Die ca. 500.000,- Euro Investitionen in die schiffsseitige Technik zur Aufnahme des Landstroms würden nur mit ca. 5,- Euro pro Ticket zu Buche schlagen. Vertreter der Firmen AIDA und TUI-Cruises erklärten bereits – wenn auch widerstrebend – die Bereitschaft, installierte Landstromanschlüsse auch zu nutzen

Die Belastungen durch die Kreuzschifffahrt sind seit langem bekannt und trotzdem wurden die Konsequenzen immer wieder verzögert. Deshalb formulierte die SPD-Fraktion in Drucksache 19/2950 im Mai 2009: Es besteht seit geraumer Zeit dringender Handlungsbedarf, die von Schiffen ausgehenden Emissionen zum Schutz der Menschen, die in Hafennähe wohnen sowie zur generellen Verbesserung der Luftqualität in Hamburg zu reduzieren. und forderte, innerhalb eines halben Jahres ein Realisierungskonzept für Landstromanschlüsse vorzulegen. Porschke: „Der SPD-Senat muss entsprechend seiner Parteimeinung nun umgehend handeln statt weiter zu prüfen!“

NABU protestierte gegen TUI-Rußschleuder

Miller: Für Hafenanwohner und Umwelt ist der Luxusliner kein „Wohlfühlschiff“

NABU-Protestaktion gegen TUI 22. 09. 2011

22. September 2011 - Am Weltschifffahrtstag, 22. 9. 2011, hat der NABU mit einem demonstrativ rauchenden Schiffsschornstein vor dem am Hamburg Cruise Center vor Anker liegenden TUI-Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 2“ gegen giftige Schiffsabgase protestiert. Mit seiner Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fordert der NABU die Reedereien auf, sofort auf den Einsatz von Schweröl zu verzichten und schnellstmöglich Rußfilter an Bord einzubauen.

„Von wegen Wohlfühlschiff ­ für die Bewohner der Hansestadt Hamburg und für die Umwelt sind TUIs Kreuzfahrtschiffe alles andere als ein Vergnügen“, erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Angesichts der Tatsache, dass „Mein Schiff 2“ so viele Luftschadstoffe ausstößt wie 5.000.000 Autos, sollte sich die Reederei fragen, ob nicht der Name „PFUI Cruises“ besser zur aus dem Schornstein stinkenden Rußfahne der Luxusliner passt.“ Insbesondere die Krebs erregenden und Klimaschädlichen Rußpartikel der Kreuzfahrtschiffe müsse und könne TUI Cruises schnell und umfassend reduzieren.

Am Weltschifffahrtstag der „Internationalen Seeschifffahrtsorganisation“ (IMO) der Vereinten Nationen soll die Notwendigkeit des maritimen Umweltschutzes betont werden. Doch auch TUI Cruises gehört mit ihren beiden Kreuzfahrtschiffen zu den großen Luftverpestern auf See, die regelmäßig den Hamburger Hafen anlaufen. Zudem sind zwei Neubauten im Gespräch. „Die beiden neuen Schiffe wären eine gute Gelegenheit für TUI Cruises, sich mit dem Einbau moderner Abgastechnik als Vorreiter für eine sauberere Kreuzfahrt zu positionieren“, erklärt NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Trotz aller technischen Möglichkeiten zur Schadstoffreduktion lässt TUI Cruises bislang jedoch keine Maßnahmen erkennen, die Rußpartikel sowie Schwefeloxide von ihren Schiffen zu verbannen. Während der Kraftstoff für Diesel-Pkw maximal 0.001 Prozent Schwefel enthalten darf, kann „Mein Schiff“ giftiges Schweröl mit bis zu 4.5 Prozent Schwefelanteil tanken - also dem 4500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

„TUI Cruises dekoriert seine Schiffe mit Schlagworten wie Wohlfühlen, Fahrtwind oder Seeluft“, ärgert sich Oeliger. „Aber aus den Schornsteinen der Schiffe kommen enorme Mengen Schadstoffe, die nicht nur für Passagiere mit Asthma oder Atemwegserkrankungen zur Gefahr werden können.“ Der NABU-Kurzfilm „Schwarze Brise“ zeigt das wahre Gesicht der Kreuzfahrtschiffe: Die Flanken des animierten Kreuzfahrers „Cancer Queen 2“ zieren die Begriffe „Rußpartikel“, „Klimakiller“ und „Lungenkrebs“.

Für gut ein halbes Jahr haben die Hamburger und norddeutschen Küstenbewohner nun Ruhe vor dem stinkenden Schiff. Erst Ende April 2012 kehrt die „Mein Schiff 2“ an die Elbe zurück. Der NABU wird genau hinschauen, ob TUI Cruises weiter mit Schweröl betrieben wird, oder seinem Namen als „Wohlfühlschiff“ für Mensch und Umwelt endlich tatsächlich gerecht wird.

Weitere Informationen

Der NABU macht auf Umweltverschmutzung der Kreuzfahrtschiffindustrie aufmerksam Protestaktion auf dem Hamburger Hafengeburtstag

Kreuzfahrtschiffe belasten mit ihren Abgasen Klima, Umwelt und Gesundheit. Insbesondere Anwohner in Hafenstädten sind den Luftschadstoffen ausgesetzt. Anlass für den NABU, beim Hamburger Hafengeburtstag 2013 ein Zeichen zu setzen - oder besser zu sprühen. Zum Video... mehr Mehr

Green Port Cruise in Hamburg

NABU forderte bei Protestaktion „Kreuzfahrtschiffe sauber machen“

Queen Mary im Hamburger Hafen

Mitten in der Hamburger City stößt die Queen Mary II schädliche Abgase aus.

13. September 2011 - Mit einer Protestaktion vor dem Tagungsort des Green Port Cruise hat der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortgesetzt. Gegenüber den Konferenzteilnehmern der Branche demonstrierten Umweltschützer mit Atemschutzmasken und einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein dafür, dass die Kreuzfahrtschiff auch auf hoher See auf den Einsatz von giftigem Schweröl verzichtet und ihre Abgase so reinigt, wie es auch an Land vorgeschrieben ist

„Die Reeder tun so, als würden wir Unmögliches fordern. Tatsächlich ist es von heute auf morgen möglich, auch auf hoher See auf den Einsatz von Schweröl zu verzichten und zumindest die Qualitäten zu nutzen, die für den Hafenbetrieb vorgeschrieben sind“, sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Das ist auch die Voraussetzung für den Einsatz einer Abgasreinigungsanlage wie z.B. eines Rußpartikelfilters. Der Behauptung der Reeder, es gäbe keine geeigneten Anlagen für Schiffe ihrer Größe, ist von Anlagenherstellern widerlegt. Porschke: „Was an Land Standard ist, wollen wir auch im Seeverkehr erreichen. Und die Vergnügungsschifffahrt muss den Anfang machen. Die Möglichkeiten zur umfangreichen Schadstoffreduktion von Schiffen sind längst vorhanden, aber die Reeder verweisen bisher nur auf scheinbare Schwierigkeiten und Mehrkosten. Der NABU ist gerne bereit, die Reeder mit Unternehmen in Kontakt zu bringen, die geeignete Anlagen herstellen.“
Während Pkw-Diesel nur einen Schwefelgehalt von 0.001 Prozent enthalten darf, dürfen Luxusliner wie AIDA Luna, Mein Schiff, sowie die MS Deutschland mit Schweröl fahren, das einen Schwefelanteil von bis zu 4.5 Prozent hat – also dem 4.500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

Die Green Port Cruise muss nun zeigen, ob sie ihren Namen verdient und auch den Verzicht auf Schweröl zu ihrem Programm erhebt. Die Zusammensetzung der Veranstalter deutet aber eher auf eine „green wash cruise“-Veranstaltung hin, die ihren Kunden vorgaukeln will, die Zeichen der Zeit verstanden zu haben. In der Praxis wird hingegen weiterhin versucht, Umweltfortschritte beim Treibstoffeinsatz und bei Abgassystemen auszubremsen.

Traumschiff ist ein Albtraum

NABU protestierte gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe

NABU-Protest gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe 24. 8. 2011

24. August 2011 - Mit einer Protestaktion am Hamburger Kreuzfahrtterminal hat der NABU seine Kampagne „Mir stinkts! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ fortgesetzt. Vor dem dort ankernden „Traumschiff“ MS Deutschland protestierten Umweltschützer mit Atemschutzmasken und einem plakativ rauchenden Schiffsschornstein dagegen, dass auch das bekannteste deutsche Kreuzfahrtschiff auf hoher See mit giftigem Schweröl fährt und ohne Rußpartikelfilter die Umwelt verpestet.

NABU-Protest gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe 24. 8. 2011

„Die MS Deutschland ist Symbol für den Traumurlaub auf See – aber die Abgase des Ozeanriesens sind ein Albtraum für die Umwelt“, sagte Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Denn zur Gewinnmaximierung würden Kreuzfahrtreeder wie Deilmann, zu der die MS Deutschland gehört, aber auch stark wachsende Kreuzfahrtanbieter wie AIDA und TUI Cruises nicht etwa mit vergleichsweise sauberem Schiffsdiesel fahren, sondern mit dem billigsten und giftigsten aller Treibstoffe, nämlich Schweröl. Während Pkw-Diesel nur einen Schwefelgehalt von 0.001 Prozent enthalten darf, dürfen Luxusliner wie AIDA Luna, Mein Schiff, sowie die MS Deutschland mit Schweröl fahren, das einen Schwefelanteil von bis zu 4.5 Prozent hat – also dem 4.500fachen dessen, was an Land erlaubt ist.

„Es ist eine Irreführung der Kunden, wenn etwa die Deilmann-Reederei auf ihrer Internetseite den „Respekt vor der Natur“ betont, ihre Schiffe aber tatsächlich mit giftigem Schweröl fahren und keinerlei System zur Abgasnachbehandlung haben“, kritisiert NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Der hohe Schwefelanteil des Schweröls und fehlende Rußfilter führen dazu, dass etwa die MS Deutschland auf großer Fahrt nicht nur das Klima schädigt, sondern auch die Gesundheit der Menschen gefährdet.

NABU-Protest gegen Luftverpestung durch Kreuzfahrtschiffe 24. 8. 2011

Tatsächlich ist die Schifffahrt in Europa mittlerweile der größte Verursacher von Schwefelemissionen. „Die Kreuzfahrtschiffe verbergen ihr zum Himmel stinkendes Umweltproblem hinter ihrer strahlend weißen Fassade. Mit dem Animationsfilm „Schwarze Brise“ zeigen wir die traurige Wirklichkeit“, erklärt Oeliger. Der Film illustriert drastisch: Ein einziges Kreuzfahrtsschiff stößt so viele Schadstoffe aus, wie 5 Millionen Autos.

Der NABU fordert die Reedereien auf, ab sofort auf die Verwendung von Schweröl zu verzichten. Insbesondere nördlich des 40. Breitengrades ist diese Maßnahme dringend, denn die Auswirkungen der Rußpartikel auf das Arktis- und Grönlandeis sind besonders gravierend und verstärken das fatale Abschmelzen des Eises. Zugleich müssten alle neugebauten Kreuzfahrtschiffe mit einem Rußpartikelfilter ausgestattet werden, fordert der NABU.

SPD heißt Schiffsruß willkommen!

NABU: Absage an Landstromanschlüsse durch Senator Horch ist eine umweltpolitische Rolle rückwärts des SPD-Senats

Schiffsruß

Mit ihrer Absage an Landstromanschlüsse hat die SPD deutlich gemacht, dass sie hiervon mehr in der Hamburger City haben möchte.

31. Mai 2011 - Der NABU kritisiert heftig die Absage von Senator Frank Horch an die Einrichtung von Landstromanschlüssen für Kreuzfahrtschiffe im Hamburger Hafen. Diese hätten zu einer erheblichen Schadstoffminderung in der Hamburger City geführt, so der Umweltverband.

„Die Absage an Landstromanschlüsse für Kreuzfahrtschiffe ist eine Zumutung für die Gesundheit der Anwohner in Altona und der Hafencity“, kritisiert Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg, die Entscheidung des Wirtschaftssenators. „Der hohe Energiebedarf dieser Schiffe wird dann weiter mit den Bordmaschinen gedeckt, die selbst in der saubersten Variante hundertmal dreckigeren Kraftstoff als Landfahrzeuge nutzen und über keine angemessene Abgasreinigung verfügen. Die ausgestoße¬nen Rußpartikel können Krebs verursachen und gefährden deshalb die Anwohner der Terminals.“

Die Belastungen sind seit langem bekannt und trotzdem wurden die Konsequenzen immer wieder verzögert. Deshalb formulierte die SPD-Fraktion in Drucksache 19/2950 im Mai 2009: Es besteht seit geraumer Zeit dringender Handlungsbedarf, die von Schiffen ausgehenden Emissionen zum Schutz der Menschen, die in Hafennähe wohnen sowie zur generellen Verbesserung der Luftqualität in Hamburg zu reduzieren. und forderte, innerhalb eines halben Jahres ein Realisierungskonzept für Landstromanschlüsse vorzulegen.

Porschke: „Die Absage durch Senator Horch ist deshalb eine umweltpolitische Rolle rückwärts. Wie Hohn wirkt es da, dass das neue Kreuzfahrtterminal in Altona nun auch noch gerade am internationalen „Tag der Umwelt“ in Europas Umwelthauptstadt in Betrieb genommen werden soll.“

„Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“

NABU startet Kampagne für eine saubere Kreuzschifffahrt ohne Schweröl

Logo "Mir stinkt\'s!"

06. Mai 2011 - Berlin/ Hamburg – Pünktlich zum Hamburger Hafengeburtstag hat der NABU Bundesverband seine Kampagne „Mir stinkt’s! Kreuzfahrtschiffe sauber machen!“ gestartet. „Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Die 15 größten Seeschiffe der Welt stoßen jährlich mehr schädliche Schwefeloxide auf als alle 760 Millionen Autos weltweit. Und auch keiner der luxuriösen Kreuzfahrtschiffe, die jetzt mit großen Fanfaren in Hamburg einlaufen, würde die Abgasnormen schaffen, die für Autos oder Lastwagen schon lange gelten“, sagte Alexander Porschke, Landesvorsitzender des NABU Hamburg, auf der Pressekonferenz zum Auftakt. „Insbesondere an den Küsten und in den Häfen leiden die Anwohner unter der giftigen Abgaswolke und haben im wahrsten Sinne des Wortes die Nase voll“, betonte Porschke. Denn die meisten Schiffsabgase werden in unmittelbarer Küstennähe und in den Häfen emittiert, in der Nordsee sind es bis zu 90 Prozent innerhalb von 90 Kilometern Entfernung zur Küste. Porschke forderte den Hamburger Senat auf, sich für eine saubere Schifffahrt einzusetzen: „Hamburg schmückt sich mit dem Titel ‚Europäische Umwelthauptstadt‘, dann muss sie auch ihren Anteil zur Förderung sauberer Seeschifffahrt leisten. Landstromanschlüsse oder ein umweltorientiertes Gebührensystem sind seit langem versprochen aber noch immer nicht realisiert.“

Prof. Dr. James Corbett, einer der renommiertesten Experten für Schiffsabgase, unterstützt die Kampagne des NABU. Per Videobotschaft teilte er die Ergebnisse seiner Studien mit, die zeigen, dass die Schiffsemissionen weltweit jedes Jahr bis zu 60.000 vorzeitige Todesfälle verursachen. „Allein in Europa sterben daran bis zu 24.000 Menschen vorzeitig, die wachsende Zahl der Kreuzfahrtschiffe ist dafür mitverantwortlich, deshalb müssen wir dringend handeln“, so Corbett.

Statt auf vergleichsweise sauberen Schiffsdiesel zu setzen, verfeuern die Kreuzfahrtschiffe auf hoher See nach wie vor ungeniert Rückstandsöl (auch als Schweröl bezeichnet), den dreckigsten aller Kraftstoffe. „Was den Autos an Land längst verboten ist, ist für Schiffe skandalöser Alltag. Die Ozeanriesen sind schwimmende Müllverbrennungsanlagen, nur ohne Abgasreinigung. Hinter der polierten Fassade von AIDA, TUI und Queen Mary II stinkt es gewaltig“, kritisierte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Tatsächlich verweigern die blendend weißen Luxusliner bislang wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der gesundheitsschädlichen Rußpartikel- und Schwefelemissionen. „Mit gigantischem Marketingaufwand zeigen sich die Reedereien auf Hochglanzseiten – doch tatsächlich blasen ihre Luxusliner riesige Abgaswolken in die Luft, selbst wenn sie in Hafenstädten mit laufendem Motor vor Anker liegen. Deshalb muss hier zuerst angesetzt werden“, so Oeliger.

„Wir wollen endlich wirksame Maßnahmen sehen, damit die Schiffsabgase so sauber werden, wie es auch zu Recht von Transportmitteln an Land verlangt wird. Die Kreuzfahrtunternehmen müssen deshalb ihren Kurs ändern. Sie sollten dringend auf die Verbrennung des Sondermülls Schweröl verzichten und auf Schiffsdiesel umsteigen“, sagte Leiterin der NABU-Kampagne Lucienne Damm. Das sei ein sofort umsetzbarer Schritt, um die gefährlichen Ruß-, Schwefel-, und Stickoxidemissionen erheblich zu reduzieren. Auch Rußfilter, bei Diesel-Pkw oder Lastwagen seit Jahren Standard, ließen sich auf derartigen Schiffen installieren. Bisher sucht man sie jedoch bei den Luxuslinern vergeblich. „Für kleinere Schiffe und Motoren können die Hersteller diese Technik jetzt schon anbieten, und für die weitere Entwicklung, auch bei großen Schiffen, ist die Kooperation mit den Kreuzfahrtschiffbetreiber notwendig“, erklärte Damm. „Schließlich ist eine intakte Umwelt das Kapital jeder Kreuzfahrtreise.“ So fordert der NABU insbesondere die Reedereien der deutschen Marktführer AIDA und TUI auf, endlich mit gutem Beispiel voranzugehen. „Die Luftverpestung der Ozeanriesen muss endlich ein Ende haben“, so der NABU.

Hintergrundpapier Kreuzfahrtschiffe

Bundesregierung bestätigt NABU und IG Metall

Umweltstandards auf den europäischen Meeren müssen verschärft werden

Queen Mary auf der Außenelbe

Queen Mary auf der Elbe: Schön anzusehen, aber auch sie macht Dreck!

15. Februar 2011 - Die Bundesregierung bestätigt die Forderung von Gewerkschaften und Umweltverbänden nach Verschärfung der Umweltstandards auf den europäischen Meeren. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen heißt es: „Die Bundesregierung begrüßt die von der EU-Kommission beabsichtigte Anpassung der bestehenden Richtlinie zum Schwefelgehalt von Schiffstreibstoffen an die IMO-Vorgaben, weil damit ein einheitlicher und effektiver Umwelt- und Gesundheitsschutz gewährleistet wird.“ Nach diesen Vorgaben darf ein Schwefelgrenzwert von 0.1 Prozent für Schiffstreibstoffe in Nord- und Ostsee ab 2015 nicht überschritten werden.

„Das aggressive Werben von Wirtschaftsverbänden wie dem Verband deutscher Reeder (VDR) und der IHK Nord für eine Lockerung der Standards hat keinen Erfolg gehabt“, sagte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau. Sie forderte die Unternehmen auf, endlich in umweltgerechtere Schiffe zu investieren und dadurch Arbeitsplätze auf den deutschen und europäischen Werften und in der Zulieferindustrie zu sichern.

Die Bundesregierung ist auch für weitere Schwefelemissionsüberwachungsgebiete (Sulphur emission control areas, kurz: SECA): „Die Einrichtung weiterer SECA in europäischen Gewässern kann zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen beitragen“, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage weiter. Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg, verlangt von der Bundesregierung, sich dafür aktiv auf europäischer Ebene einzusetzen: „Schwarz-Gelb darf es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen und muss handeln. Selbst der für 2020 geplante globale Grenzwert von 0.5 Prozent bedeutet, dass Schiffstreibstoff dann noch immer 500mal mehr Schwefel enthält, als im Straßenverkehr der EU erlaubt ist. Dies kann also auch nur ein erster Schritt sein. Der Grenzwert muss eigentlich deutlich niedriger liegen.“

Gewerkschaften und Umweltverbände fühlen sich auch in ihrer Kritik an einer vom VDR in Auftrag gegebenen Studie zur angeblichen Verlagerung des Schiffsverkehrs auf Landrouten bestätigt: „Die Studie wirft hinsichtlich ihrer Plausibilität und Ergebnisse Fragen auf, die im Dialog mit den Auftraggebern und dem Institut geklärt werden müssen“, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort. „Es ist erfreulich, dass die Bundesregierung in diesem Fall nicht an beschlossenen Umweltstandards rüttelt“, erklärte Bezirksleiterin Blankau. In einer von der IG Metall Küste und dem NABU gestarteten Initiative macht sich seit September vergangenen Jahres eine große Allianz von deutschen und europäischen Gewerkschaften und Umweltverbänden für höhere Umweltstandards auf den europäischen Meeren stark.

mehr Die Bundestagsdrucksache finden Sie hier

Initiative von IG Metall Küste und NABU

Umweltstandards für Schifffahrt dürfen nicht gelockert werden

Kreuzfahrtschiffe

Schön anzusehen, aber Giftschleudern: Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Travemünde.

03. September 2010 - Eine große Allianz von deutschen und europäischen Gewerkschaften und Umweltverbänden will eine drohende Lockerung von Umweltstandards für die Schifffahrt auf Nord- und Ostsee verhindern. In einer von der IG Metall Küste und dem NABU gestarteten Initiative fordern sie von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso die Beibehaltung des für 2015 festgelegten Schwefelgrenzwertes von 0,1 Prozent für Schiffstreibstoffe in Nord- und Ostsee sowie eine Ausweitung der Überwachungsgebiete für Schwefelemissionen (Sulphur emission control areas, kurz: SECA) auf das gesamte Mittelmeer sowie das Schwarze Meer und die europäischen Atlantikküsten. Mit ihrem Brief an EU-Kommissionspräsident Barroso, der von zahlreichen nationalen und internationalen Gewerkschaften, Umwelt- und Gesundheitsverbänden unterstützt wird, reagieren IG Metall Küste und NABU auf das andauernde und aggressive Werben einiger europäischer Industrieverbände für eine Aufweichung der ab 2015 gültigen Grenzwerte von maximal 0.1 Prozent Schwefel auf Nord- und Ostsee.

„Wirtschaftsverbände wie der Bund Deutscher Industrie (BDI) und der Verband deutscher Reeder (VDR) attackieren in einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission gültige Regelungen, die unsere Gesundheit und Umwelt schützen sollen. Ihnen geht es dabei allein um wirtschaftliche Interessen“, kritisiert IG Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau. Gewerkschaften und Umweltverbände warnen vor einer Rückkehr zu niedrigeren Standards, weil dadurch Schiffbauer und -eigner bestraft würden, die bereits in saubere und effiziente Schiffstechnologien investiert hätten. „Der Bau von umweltgerechteren Schiffen ist keine Marktlücke, sondern ein Zukunftsmarkt für die europäische Schiffbauindustrie. Dadurch werden Arbeitsplätze auf den Werften und in der Zulieferindustrie gesichert und geschaffen“, sagt Blankau.

„Industrie- und Reederverbände wollen den ökologischen Rückwärtsgang einlegen. Das muss im Sinne der Gesundheit und der Umwelt auf jeden Fall verhindert werden“, fordert Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. Denn das in der Schifffahrt verwendete Schweröl sei ein giftiges Abfallprodukt der Raffinerien, welches bei der Verbrennung neben dem Schwefel auch hohe Anteile von Rußpartikeln, giftigen Schwermetallen und Sedimenten frei setzt. Der Umstieg auf die Verwendung von schwefelarmen Schiffskraftstoffen ist nach Ansicht des NABU längst überfällig: 95 Prozent des interkontinentalen Güterverkehrs werden über die Seeschifffahrt abgewickelt. Schadstoffemissionen, insbesondere von Schwefel, Stickoxiden und Partikeln, stellen das größte Umweltproblem in der Seeschifffahrt dar. „Selbst der für 2020 geplante globale Grenzwert von 0.5 Prozent bedeutet, dass Schiffstreibstoff dann noch immer 500mal mehr Schwefel enthält, als im Straßenverkehr der EU erlaubt ist“, so Porschke. „Das ist rücksichtslos gegenüber Mensch und Umwelt und muss so schnell wie möglich geändert werden.“

Nach dem Willen der Initiative soll sich die EU-Kommission für eine Ausweisung aller europäischen Seegebiete als Emissionskontrollgebiete einsetzen: „Angepasste Emissions- und Treibstoffstandards werden der europäischen Schiffbauindustrie helfen, spritsparende und energieeffiziente Schiffe zu entwickeln und Europa zu einem Zentrum für saubere Schifffahrt zu machen“, heißt es in dem Schreiben der Gewerkschaften und Umweltverbände an den EU-Kommissionspräsidenten.

Brief der IGM und des NABU an Eu-Kommissionspräsident Barroso_010910 (deutsch)
Brief der IGM und des NABU an Eu-Kommissionspräsident Barroso_010910 (englisch)
Schreiben der Europäischen Industrieverbände vom 12. Mai 2010

Weitere Informationen

Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ startet ins vierte JahrRuß aus Europa heizt der Arktis ein

Dieselruß hat erhebliche Auswirkungen auf das globale Klima. Zwei Drittel des Rußes in der Antarktis stammen aus Europa. Seit vier Jahren kämpfen Umweltverbände gegen die Emissionen. Doch Deutschland ist immer noch weit davon entfernt, rußfreie Zone zu werden. mehr Mehr

Tummelplatz für umweltschädliche Luxusliner

NABU zu den "Cruise Days 2010": Weiße Traumschiffe gefährden Gesundheit und Klima / Schiffsdiesel statt Schweröl

Cruise Days Hamburg

Nicht alles was glänzt, ist auch sauber: Gerade die Traumschiffe pusten jede Menge an Schadstoffen in die Luft - und das mitten in Hamburg.

29. Juli 2010 - Berlin / Hamburg – Anlässlich der am Freitag (30.7.) beginnenden dreitägigen Kreuzschifffahrtsschau „Cruise Days 2010“ in Hamburg zeigte der NABU Unverständnis darüber, dass Hafenstädte wie Hamburg klimaschädliche Luxuskreuzer willkommen heißen und feiern, anstatt ihnen über ökologisch differenzierte Liegegebühren Anreize zur Abgasreinigung zu geben. „Ein Luxusliner stößt täglich umgerechnet so viel Ruß- und Schwefelpartikel aus wie 12.000 Pkw, bei einzelnen Schadstoffen sogar so viel wie 350.000 Autos. Solche Werte sind für die Anwohner lebensbedrohlich, für das Weltklima verheerend und daher an Land längst verboten“, sagte der Vorsitzende des NABU Hamburg, Alexander Porschke. Es sei Zeit das ökologische Ruder rumzureißen und die wachsenden Feinstaubemissionen der Ozeanriesen in einem ersten Schritt durch den Umstieg auf Schiffsdiesel zu reduzieren. „Traumschiffe als Albtraum für die Umwelt – dagegen müssen alle aktiv werden: Die Hafenstädte mit Landstromanschlüssen, die Betreiber mit umweltfreundlichen Schiffen und die Urlauber mit Interesse an Umwelt- und Klimaschutz“, so Porschke.

Bei den „Cruise Days“ haben sich für Hamburg die vermeintlichen Traumschiffe AIDAaura, AIDAluna, Astor, Columbus, Deutschland und Mein Schiff angekündigt. Ein neuer Rekord – leider auch beim Feinstaub: allein die genannten sechs Schiffe werden während der Cruise Days bis zu 1600 Tonnen Kohlendioxid, 20 Tonnen Stickoxide und 1920 Kilogramm Krebs erregenden Ruß in die Atmosphäre blasen. Über 100 Kreuzfahrtriesen sollen Hamburg in diesem Jahr anlaufen. Sie werden allesamt mit Schweröl betrieben, einem Abfallprodukt der Ölindustrie, an dem die Reeder aus reiner Profitgier festhalten, anstatt auf vergleichbar sauberes Flüssiggas oder Schiffsdiesel und Rußfiltern umzusteigen. Der Umstieg würde den Ticketpreis nur um wenige Euro erhöhen. „Wer Luxusschiffe mit dem Billigtreibstoff Schweröl betankt versündigt sich an Umwelt- und Klimaschutz“, sagte NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger.

Für Schiffe gibt es bisher nur sehr schwache Grenzwerte für Schadstoffemissionen. Seit Anfang Juli ist der Schwefelanteil auf Nord- und Ostsee immerhin auf 1,0 Prozent beschränkt. Und ab 2015 dürfen alle Schiffe, die die Nord- und Ostsee befahren, nur noch Treibstoff, der maximal 0,1 Prozent Schwefel enthält, verwenden. „Das ist immer noch hundertmal mehr Schwefel als bei Diesel für Pkw und Lkw, und für Ruß gibt es nach wie vor gar keine Vorgaben. Wir fordern die Reeder daher auf, mit gutem Beispiel voranzugehen und zunächst die Kreuzfahrtschiffe freiwillig mit Schiffsdiesel und Filtertechnik auszustatten“, so Oeliger.

mehr NABU-Hintergrundpapier

Hamburg setzt EU-Richtlinie um

NABU: Endlich Entlastung bei Schiffsabgasen in Sicht

containerterminal1

Muss jetzt während der Liegezeit schwefelarmen Treibstoff verwenden: Containerschiff im Hamburger Hafen

26. Februar 2013 - Nachdem der NABU Hamburg erst kürzlich (s.u.) die Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Abgasbelastung durch Seeschiffe angemahnt hatte, gab der Senat gestern bekannt, die seit dem 1. Januar 2010 geltende Vorgabe auch in Hamburg umzusetzen. Demnach darf während der Liegezeiten von mehr als zwei Stunden nur noch Treibstoff mit max. 0,1% Schwefelanteil benutzt werden. Dadurch wird die aus den Seeschiffen stammende Luftbelastung im Hafen deutlich verringert.

Alexander Porschke, Zweiter Vorsitzender des NABU Hamburg meint: „Geht doch! Es war aber auch überfällig, die Abgasbelastungen aus der Seeschifffahrt zu mindern.“ Jetzt wird es darauf ankommen, dass die neue Regelung auch konsequent durchgesetzt wird. „Wir werden uns in absehbarer Zeit danach erkundigen, ob die angekündigten Kontrollen auch wirklich durchgeführt werden und welche Erkenntnisse gewonnen wurden“, kündigt der NABU-Vize an. „Wir wollen nicht nur geduldiges Papier sehen, sondern eine wirkliche Senkung der Gesundheitsbelastungen durch die Seeschifffahrt in Hamburg erreichen.“

Hafenabgase: Hamburg im Verzug

Rot-grünes Bremen vor schwarz-grüner Umwelthauptstadt

Amadeaan Columbuskaje in Bremerhaven

Hier am Columbus Cruise Center in Bremerhaven gelten seit 1. Januar 2010 die EU-Grenzwerte für Schwefel im Treibstoff. Hamburg hinkt hinterher.

14. Januar 2010 - Seit dem 1. Januar 2010 gilt für alle europäischen Häfen, dass während der Liegezeiten von mehr als zwei Stunden nur noch Treibstoff mit max. 0,1% Schwefelanteil benutzt werden darf. Der NABU bemängelt nun, dass Hamburg diese Veränderung, die seit dem 6. Juli 2005 bekannt ist, immer noch nicht in die Hamburger Hafenregelungen aufgenommen hat. Während die Hafenordnung für die Bremer Häfen in ihrem § 28a seit dem 1. 1. 2010 den maximalen Schwefelgehalt für den Schiffstreibstoff begrenzt, hat Hamburg den Umsetzungszeitpunkt verschlafen.

„Die Abgasbelastungen aus der Seeschifffahrt sind eine Zumutung für die Hamburger und das Klima“, reagiert der Zweite Vorsitzende des NABU Hamburg, Alexander Porschke, mit Unverständnis. „Es ist höchste Zeit, dass Hamburg endlich mehr macht, als eine Untersuchung an die andere zu reihen.“ Schon im November 2006 hatte ein dem NABU vorliegendes Gutachten Grenzwertüberschreitungen durch das Kreuzfahrtterminal in der Hafencity vorhergesagt. In 2009 war das Thema wiederholt Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Auch die Bürgerschaft hatte sich zweimal damit befasst. Porschke: „Die rot-grüne Regierung in Bremen hat die neue Regelung fristgemäß umgesetzt. Das schwarz-grüne Hamburg muss nun langsam mal in die Gänge kommen, wenn es seinem Ruf als künftige Umwelthauptstadt gerecht werden will.“
Ruß- und Partikel-Immissionen schädigen die Gesundheit und tragen zum Klimawandel bei. Die einfachste Maßnahme dagegen ist die Verringerung des Schwefelanteils im Treibstoff. Die Seeschifffahrt nutzt nämlich für den Schiffsantrieb praktisch die Ölabfälle aus den Raffineriebetrieben, die besonders viel Schwefel enthalten. Selbst der neue Grenzwert von 0,1% liegt noch hundertmal höher, als der zulässige Schwefelanteil in Diesel für PKW. Der NABU fordert von den Hafenstädten deshalb mehr als nur die Umsetzung der EU-Minimalvorschrift. Kreuzfahrtschiffe sollen mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden und die Hafengebühren sollten genutzt werden, um ökologische Verbesserungen in der Seeschifffahrt zu unterstützen.

Saubermann-Image dahin?

Weltgrößtes „Traumschiff“ bringt das Arktiseis zum Schmelzen

Traumschiff

Kreuzfahrtschiffe müssen schnell auf saubere Technologien umsteigen.

04. Dezember 2009 - Anlässlich der morgen beginnenden Jungfernfahrt der „Oasis of the Seas“, dem weltgrößten Passagierschiff, hat der NABU an die wachsende Kreuzfahrtindustrie appelliert, die klimaschädlichen Emissionen ihrer Mega-Liner schnell und umfassend zu reduzieren. Vor allem die Ruß- und Schwefelabgase seien inakzeptabel hoch. „Die weißen Traumschiffe selbst neuester Generation blasen tonnenweise schwarze Rußpartikel in die Atmosphäre“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Bis heute dürfen Schiffskraftstoffe auf Hoher See mehr als tausendfach so viele Schadstoffe ausstoßen wie Kraftstoffe für Lkw.“
Hintergrund für den Appell an die Kreuzfahrtunternehmen ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass Rußpartikel eine erhebliche Klimawirkung haben und insbesondere in der Arktis zu einer rasanten Eisschmelze beitragen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass rund 40 Prozent der Erwärmung in der Arktis auf das Konto der Rußpartikel gehen. „Für die Kreuzfahrtreedereien ist das Rußproblem eine unbequeme Wahrheit, denn das Saubermann-Image der weißen Traumschiffe steht auf dem Spiel“, sagte Miller. Eine Rußreduzierung habe auch bedeutende Vorteile für den Gesundheitsschutz in Häfen und an Küsten, denn die Gefährdung durch Ruß für den menschlichen Organismus sei schon lange erwiesen.
„Wer eine Kreuzfahrt bucht, soll offensichtlich nicht an Umweltverschmutzung, Klimawandel oder Krebs erregende Abgase erinnert werden“, vermutet NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger. Jedoch produziere das Schweröl, das die Kreuz- und Frachtschiffe auf See einsetzen, besonders viel Ruß. Aus NABU-Sicht ist daher die schnellste und technisch einfachste Maßnahme zur Rußreduzierung die Verwendung von schwefelarmen Schiffsdiesel, so dass künftig auch Partikelfilter an Bord eingesetzt werden können. „Damit wird eine Kreuzfahrt nur wenige Euro teurer, der Schutz von Klima und Gesundheit ist jedoch unschätzbar hoch“, erklärte Oeliger.

Hintergrund Kreuzfahrtschiffe und Ruß

Für mehr Klima- und Gesundheitsschutz

NABU fordert stärkere Rußminderung in Hafenstädten: Hamburg muss als „European Green Capital 2011“ weltweites Vorbild bei Schiffsemissionen werden

Hafencity

Besonders die Bewohner und Bewohnerinnen der Hamburger Hafencity kriegen den Ruß geschwängerten Qualm der Kreuzfahrtschiffe stark zu spüren.

17. November 2009 - Der NABU und die GAL-Bürgerschaftsfraktion Hamburg luden heute zu einem Fachgespräch ins Hamburger Rathaus ein, um mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden über Ansätze und Möglichkeiten der Städte und Häfen zur Emissionsminderung bei Schiffen zu diskutieren. Hintergrund sind die hohen Rußemissionen bei Handels- und Kreuzfahrtschiffen, die sowohl dem Klima, als auch der Gesundheit der Bürger schaden. Eine umfassende Rußreduzierung müsse laut NABU daher stärker in städtischen und kommunalen Klimaschutzstrategien verankert werden.

Alexander Porschke, 2. Vorsitzender des NABU-Landesverbandes Hamburg, forderte den Hamburger Senat auf, sich auf nationaler und internationaler Ebene stärker für die Reduzierung von Schiffsemissionen einzusetzen. Darüber hinaus sollte die Stadt ihre lokalen Möglichkeiten zur Minderung der Rußbelastungen aus dem Schiffsverkehr nutzen, zum Biespiel in Form ökologischer Hafengebühren: „Ähnlich wie bei der Lkw-Maut auf Autobahnen, sollten auch dreckige Schiffe im Hafen deutlich mehr zahlen als umweltfreundliche.“ So könne der Druck auf die Reeder erhöht werden, schneller auf saubere Antriebstechniken umzusteigen.

Ebenso sollte Hamburg umgehend an Lösungen wie Landstromanschlüsse für Binnen- und Hochseeschiffe arbeiten. Insbesondere für Kreuzfahrtschiffe, die in unmittelbarer Nähe von Wohnungen und Büros anlanden, sollte deren Nutzung verbindlich vorgeschrieben werden, so wie es beispielsweise Rotterdam geplant habe. Aber auch die Schiffshersteller seien gefordert, stärker auf alternative Antriebe wie Erdgasmotoren zu setzen.

Mautstelle

Ähnlich wie bei der Lkw-Maut auf Autobahnen, sollten auch dreckige Schiffe im Hafen deutlich mehr zahlen als umweltfreundliche, fordert der NABU.

Zudem forderte Porschke eine intensive Diskussion über die Ausweitung der so genannter Emission Control Areas (ECAs), d.h. Umweltzonen auf dem Meer, in der Nord- und Ostsee. Hamburg müsse sich für eine weitreichende Umweltzone in der Nord- und Ostsee einsetzen, die neben Schwefelemissionsgrenzen auch Grenzwerte für Stickoxide und PM 2,5 festlegt. In den USA und Kanada liefen bereits jetzt intensive Vorbereitungen für eine derartige umfassende Umweltzone vor den Küsten Nordamerikas. In den letzten Jahren sei auch die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die im Hamburger Hafen anlegen, stark gestiegen. Allerdings, so Porschke, seien die Luxusdampfer allesamt ohne Rußfilter ausgestattet und ließen ihre schweren Motoren während der gesamten Liegezeit im Hafen laufen.

Porschke: „Die Bevölkerung und insbesondere die Hafenanwohner dürfen nicht länger der enormen Rußbelastung ausgesetzt werden. Die Stadt muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Bevölkerung und den Klimaschutz gerecht werden.“ In Städten wie Lübeck habe der Schiffsverkehr schon einen Anteil von bis zu 80 Prozent an dem krank machenden Ruß- und Schwefeloxidemissionen.

Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des NABU-Bundesverbandes, betonte, dass Schiffsabgase nicht nur schädlich seien, sondern auch erheblich das Klima verändern: „Neben Kohlendioxid tragen Rußpartikel und Schwefeloxide stärker als bisher gedacht zur globalen Erwärmung bei. Insbesondere die Reduzierung von Rußemissionen bei Schiffen ist bisher aber unzureichend in den Städten und Häfen vorgesehen“. Und das obwohl der Seeverkehr überdurchschnittlich stark für die Erwärmung in der Arktis und damit das Abschmelzen des Polareises verantwortlich sei.

Des Weiteren stellte der NABU die Ergebnisse einer Befragung von Kreuzfahrtunternehmen zur Rußminderung vor. Das Ergebnis: nur wenige Reeder wollen sich derzeit zum Thema Rußminderung und Landstrom äußern. Die Einführung von Hafengebühren sei für viele Kreuzfahrtunternehmen keine Option, ebenso wenig wolle man sich einseitig auf die Landstromversorgung konzentrieren, sondern eine Vielzahl von Möglichkeiten prüfen.

„Die Antworten auf unsere Fragen fielen leider unbefriedigend aus“, so Oeliger. „Die Kreuzfahrtunternehmen scheinen das Problem klein halten zu wollen, um das noch vergleichsweise saubere Image des Traumschiffurlaubs nicht zu gefährden. Aber in den Hafenstädten sind die Luxusliner zu einer wesentlichen Quelle von Luftschadstoffen herangewachsen. Daher müssen sie sich ihrer Verantwortung stellen und gemeinsam mit den Häfen und Hafenstädten an Rußminderungsmaßnahmen arbeiten.“

Weiterführende Informationen

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Qualmende Schiffe bekämpfen

NABU legt Ergebnisse einer Parteienbefragung vor

Schiffsruß

Die beteiligten Akteure sind sich einig, dass gegen Schiffsruß dringend etwas getan werden muß

08. September 2009 - Ruß-Immissionen sind nicht nur gesundheitsschädlich, sondern tragen auch erheblich zum Klimawandel bei. Rund 40 Prozent der Temperaturerhöhungen in der Arktis werden auf Ruß zurück geführt, der die Reflektion von Sonneneinstrahlung auf den Eis- und Schneeflächen erheblich mindert und dessen dunklen Partikelablagerungen auf dem Eis zur beschleunigten Eisschmelze führen. Eine wesentliche Ursache für die Rußbelastungen stellt die Seeschifffahrt dar, die mit Schweröl, einem Abfallstoff aus den Raffinerien, aber ohne Abgasreinigung fährt. Der NABU Hamburg und der NABU Bremen haben sich deshalb an die Parlaments-Parteien gewandt um deren Positionen zur Bekämpfung der Rußbelastungen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu ermitteln.

NABU-Brief zum Schiffsruß an Parteien und Senate in Bremen und Hamburg

Auf die Befragung des NABU haben die SPD in Hamburg und Bremen sowie die GAL, die FDP und die Linke aus Hamburg und die jeweiligen Senate geantwortet. Von der CDU ist leider bis heute keine Antwort eingegangen. Einigkeit bestand bei allen Akteuren, dass die Umweltanforderungen auf internationaler Ebene verschärft werden müssen. Der Handlungsbedarf ist demnach unstrittig!

Regierungsparteien in Hamburg und Bremen für differenzierte Hafengebühren

„Ökologisch differenzierte Hafengebühren halten wir für gut und vergleichsweise rasch realisierbar“ heißt es bei der SPD-Fraktion Bremen. „Wir GRÜNE wollen zum einen wirtschaftliche Anreize für umweltfreundliche Schiffe schaffen“ heißt es mit Bezug auf die guten Erfahrungen von 2001 bis 2003 mit dem „Green Shipping“-Programm aus Hamburg. Auch die Linke findet ökologisch differenzierte Hafengebühren eine gute Idee. Kurios ist die Stellungnahme der FDP, die sich ebenfalls positiv aufs „Green Shipping“ bezieht, es aber unter ihrer Regierungsbeteiligung in Hamburg abgeschafft hat. Der NABU fordert deshalb, die versprochenen Differenzierungen der Hafengebühren endlich Wirklichkeit werden zu lassen.

Landstromanschlüsse: Prüfen, prüfen, prüfen

Queen Mary 2

Verbraucht so viel Strom wie eine Kleinstadt: Queen Mary 2

Die Ausstattung von Liegeplätzen mit Landstromanschlüssen scheint in Bremen deutlich weiter als in Hamburg fortgeschritten zu sein. Die Bremer SPD-Fraktion berichtet von 95 existierenden Anschlüssen und 17 weiteren (für insgesamt 1,5 Millionen Euro), die sich in der Planung befinden. Die Hamburger SPD fordert vom Senat ein Realisierungskonzept für die Aufnahme von Landstromversorgung zum 1. Januar 2010. Senat und GAL in Hamburg verweisen auf Prüfungen der technischen, ökologischen und ökonomischen Machbarkeit obwohl zumindest die technische Machbarkeit bereits per Gutachten nachgewiesen wurde und an den ökologischen Vorteilen bisher keine Zweifel geäußert wurden.

Die richtige Lastenverteilung der Installationskosten von rund zwölf Millionen Euro Landstromanlage für ein Kreuzfahrtschiff kann kaum per Gutachten geklärt werden. Dafür sind politische Entscheidungen nötig, die nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfen. Ökonomische Entlastungen durch Steuerfreiheit für den Landstrom wären außerdem sinnvoll und würden von allen Parteien von FDP bis Die Linke begrüßt werden. Der NABU Hamburg fordert die Klärungsprozesse zu beschleunigen mit dem Ziel, 2010 zu den geforderten Landstromanschlüssen zu kommen. Eine europäische Umwelthauptstadt 2011 mit qualmenden Kreuzfahrtschiffen im Hafen wäre ein Armutszeugnis sondergleichen.

Lokale Schifffahrt – lokales Handeln nötig

04. Dezember 2009 - Der NABU hatte die Parteien außerdem gebeten „Ihren Einfluss auf alle lokal verkehrenden Fährschiffe, Schlepper und Kutter geltend zu machen um diese soweit wie möglich mit Filtertechnik auszustatten.“ Die SPD-Fraktion in Bremen will in diesem Sinne an die Eigner appellieren. Die GAL geht weiter und will mit Anwendung des Ordnungsrechts Verbesserungen für lokalen Schiffsverkehr erreichen. Die Linke schlägt vor, all diejenigen Schiffe mit Filtern auszurüsten, bei denen dies möglich ist und gegen Wettbewerbsnachteile eine Umrüstungsumlage bei denen zu erheben, die nicht umrüsten können. Der NABU fordert: Ordnungsrecht und Eigentümermöglichkeiten müssen umgehend dafür genutzt werden, die Abgase der lokalen Schifffahrt auf das Niveau der Landfahrzeuge zu senken.

Umweltfreundliche Schiffe: Anreize für modernen Schiffbau

Beim Einsatz für umweltfreundliche Seeschifffahrt stehen die Umweltverbände zum Glück nicht allein. Seit 2008 wird im Nationalen Schiffbau-Zukunftskonzept „LeaderSHIP Deutsch-land“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie verkündet: „Die Partner sind sich darin einig, dass angesichts der Debatte um Ressourcenverbrauch und Verminderung von Emissionen, die Frage der Umweltverträglichkeit des Schiffsverkehrs zentrale Bedeu-tung für die Zukunftsstrategie der deutschen Schiffbauindustrie hat.“... „Chancen bietet des-halb eine ganzheitliche Sicht, beginnend beim Bau umweltverträglicher Schiffe …“.

Und die IG Metall fordert vor dem Hintergrund der aktuellen Werftenkrise von der Bundesre-gierung „strategische, gesetzliche und finanzielle Anreize, damit Reeder umweltfreundliche und energieeffiziente Schiffe in Auftrag geben und die deutsche maritime Industrie ihr Know How in diesem Bereich einbringen und ausbauen kann.“

NABU-Vize Alexander Porschke aus Hamburg und NABU-Vorsitzender Klaus Stade aus Bremen meinen deshalb: „Wir brauchen auf allen Ebenen Anreize und Regeln für umwelt-freundliche Schifffahrt. Das ist nicht nur für Gesundheits- und Klimaschutz notwendig sondern bietet auch noch Chancen für Arbeitsplätze im bedrohten Schiffbausektor. Die Parteien ha-ben die Probleme erkannt. Jetzt kommt es darauf an, dass sie auch ihren Teil der Verantwortung übernehmen.“

Im März 2009 haben der NABU, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Deutsche Umwelthilfe und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Hamburg die Kampagne „Rußfrei fürs Klima“ ins Leben gerufen, um so auf eine Reduzierung der Rußemmissionen zu drängen.

mehr Die Antwortschreiben und Infos zur Kampagne unter www.russfrei-fuers-klima.de

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