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UN-Klimareport

IPCC-Synthesebericht zum Klimawandel

NABU fordert konsequenteren Klimaschutz für Hamburg

kraftwerk wedel

Aus Klimaschutzgründen kein Modell für die Zukunft: Kohlekraftwerk.

(Hamburg, 16. Nov. 2007) Anlässlich der morgigen Veröffentlichung des Abschlussberichtes zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung durch das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) fordert der NABU Hamburg vom Senat einen ernstgemeinten Klimaschutz. Der vor zwei Tagen genehmigte vorzeitige Baubeginn des Kohlekraftwerks in Moorburg führe die bisherigen Klimaschutzbemühungen des Senats ad absurdum, so der NABU.

"Für Hamburg sind erheblich trockenere Sommer und eine starke Zunahme der Winterniederschläge zu erwarten. Als Hafenstadt wird Hamburg außerdem besonders von den Folgen des Meeresspiegelanstiegs betroffen sein", sagt Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg. In Anbetracht dieser Bedrohung fordert der NABU Hamburg den Senat auf, politische Konsequenzen aus der Arbeit des IPCC zu ziehen und sein eigenes Klimaschutzkonzept ernst zu nehmen. "Hätten bei der Einigung zwischen dem Senat und Vattenfall fachliche Aspekte statt politische und finanzielle Interessen eine Rolle gespielt, würde Ole von Beust der Hansestadt so kurz vor Weihnachten nicht eine Dreckschleuder bescheren, sondern eine sonnige Zukunft", ärgert sich Bonkwald. Denn das geplante Kraftwerk in Hamburg-Moorburg wird die CO2-Emmissionen Hamburgs um 40 Prozent steigern! "Mit dem Bau des Kohlekraftwerks legt der Bürgermeister die Metropole Hamburg über Jahrzehnte auf diese Steinzeittechnologie fest. Das Kapital, das darin investiert wird, wäre bei der Förderung und Entwicklung der erneuerbaren Energien besser untergebracht gewesen", ist der NABU-Chef überzeugt.

Dass Hamburg trotz seines Klimaschutzkonzeptes über das Mittelmaß im Klimaschutz nicht hinauskommt, verdeutlicht das gestern im Magazin "GEO" veröffentlichte Klimaschutz-Ranking der Bundesländer. Hierbei kam Hamburg nur auf Platz 8. Beim CO2-Ausstoß durch Verkehr und Flugverkehr liegt Hamburg weit vorne, bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien schafft es Hamburg sogar nur auf den vorletzten Platz. Bonkwald: "Der Senat muss jetzt seine Anstrengungen erheblich verstärken, um im nächsten Klimaschutz-Ranking nicht noch weiter zurückzufallen."

Der Synthesebericht des IPCC zum Klimawandel fasst die drei Teilbände des Berichtes aus diesem Jahr auf politische Fragestellungen hin zusammen. Er bildet eine wichtige Grundlage für alle weiteren Verhandlungen zum Klimaschutz. Der IPCC hat darin deutlich gemacht, dass die prognostizierte Erwärmung um 1,1 bis 6,4°C in den nächsten 100 Jahren nur durch konsequenten Klimaschutz begrenzt werden kann. Dazu muss laut IPCC der weltweite Anstieg beim Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten zehn bis 15 Jahren gestoppt und bis 2050 um mindestens 50 Prozent reduziert werden. "Aus den IPCC-Berichten geht hervor, dass selbst mit einem sofortigen, strikten Klimaschutz einige der durch die Erderwärmung bedingten Auswirkungen im Laufe des 21. Jahrhunderts bereits unumkehrbar sind", betont der NABU-Chef abschließend. "Geredet und diskutiert wurde nun genug. Wir müssen jetzt handeln. Und zwar sofort!"

UN-Bericht zum Klimawandel

NABU: Hamburg muss konsequent Kohlendioxid-Ausstoß reduzieren / IBA 2013 als Leuchtturmprojekt für klimaneutrales Bauen nutzen

schornstein

Der CO2-Ausstoß ist nach offizieller Meinung für die globale Erderwärmung verantwortlich.

(Hamburg, 2. Feb. 2007) Angesichts des in Paris vorgestellten UN-Berichts zum Klimawandel fordert der NABU Hamburg den Senat und die Hamburger Wirtschaft zu einer konsequenteren Kohlendioxid(CO2)-Reduzierung in der Hansestadt auf. Außerdem solle der Senat die Internationale Bauausstellung 2013 (IBA) als Beispiel für klimaneutrales Bauen nutzen.

"Während bundesweit die CO2-Emissionen in den 90er Jahren um ca. 15% gesunken sind, ist in Hamburg seit 1992 ein Anstieg von ca. 8% zu verzeichnen", erklärt Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg "Im Vergleich zu 1990 sogar um fast 19 %." Absolut gesehen seien die privaten Haushalte und der Verkehr die Hauptverursacher. Allerdings seien bei den anderen Verursachern wie Kraft- und Heizkraftwerke, Müllverbrennung, Raffinerien und verarbeitendes Gewerbe die Werte zum Teil deutlich gestiegen, während sie bei den privaten Haushalten und dem Verkehr konstant geblieben seien. "Hier müssen der Senat und die Wirtschaft dringend handeln. Einzelne Klimaschutz-Projekte reichen nicht aus. Wir brauchen ein Gesamtkonzept", fordert der NABU-Chef. Nach Ansicht des NABU bietet sich die IBA 2013 an, als "Leuchtturmprojekt" für klimaneutrales Bauen und Wohnen zu werben. "Bei der IBA muss konsequent der Passivhausstandard umgesetzt werden. Außerdem dürfen Photovoltaik und solare Wärmegewinnung nicht fehlen", gibt Bonkwald das Ziel vor. "Dann, und nur dann kann die IBA zu einem beispielhaften, innovativen Zukunftsprojekt werden, dass einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und Bauherren motiviert umweltfreundlich zu bauen." Grundlage hierfür könnten die Erkenntnisse aus der Solar-Bauausstellung 2005 in Heimfeld und Wilhelmsburg sein.

Nach dem Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist es nahezu unvermeidlich, dass die Durchschnittstemperatur auf der Erde bis Ende des Jahrhunderts um 2 bis 4,5 Grad steigen wird. Bisher waren sich Klimaexperten einig, dass der Anstieg möglichst auf zwei Grad begrenzt bleiben müsse, damit die Folgen für die Menschheit und die Natur noch zu bewältigen sind. Nach den jetzt veröffentlichten Prognosen des IPCC ist das nur noch zu schaffen, wenn die Staatengemeinschaft in den nächsten zehn bis 15 Jahren den weiteren Anstieg beim weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen stoppt und bis 2050 um mindestens 50 Prozent reduziert.

Auf den ersten Blick scheinen 2 Grad Temperaturanstieg unspektakulär, doch sind die damit verbundenen Auswirkungen zum Teil dramatisch. Der IPCC-Bericht schildert einen alarmierenden Zustand der Erde: Für die kommenden Jahrzehnte wird unter anderem mit dem vollständigen Abschmelzen des Grönlandeises und einer Erhöhung des Meeresspiegels zwischen 28 und 43 Zentimeter bis 2100 gerechnet, verbunden mit großen Schäden in den jeweiligen Küstenregionen. Auch in Deutschland sind regionale Klimarisiken zu befürchten - eine vom Umweltbundesamt veröffentlichte Studie rechnet unter anderem mit drastisch abnehmenden Sommer-Niederschlägen im ohnehin trockenen Nordostdeutschland.

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