Hamburg.NABU.de Themen Klimaschutz Kohlekraftwerk Moorburg

Genehmigung 2008

Mit dem Kopf durch die Wand!

NABU verurteilt Vattenfall-Klage und fordert Stopp des schädlichen Kohlekraftwerks in Moorburg

Baustelle Moorburg Layer

Bauen gegen Mensch und Natur

(Hamburg, 29. Okotber 2008) Der NABU Hamburg kritisiert die Klage von Vattenfall gegen die wasserrechtlichen Auflagen der Genehmigung für den Bau des Kohlekraftwerkes Moorburg. Statt vehement an seinem bisherigen Kurs festzuhalten, sollte der Energiekonzern bei seinen Kraftwerksplanungen die ökologischen Gegebenheiten am Standort Moorburg und den Klimaschutz endlich ernst nehmen und berücksichtigen. Die Auflagen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wertet der NABU als mit Augenmaß getroffen. Jedoch könnten sie nur bei konsequenter Umsetzung verhindern, dass der Fischbestand in der Elbe erheblich geschädigt wird.

„Vattenfall will offensichtlich mit dem Kopf durch die Wand“, ärgert sich Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg. „Der Energiekonzern wäre besser beraten, seine bisherige überdimensionierte Planung mit einer veralteten Technologie aufzugeben.“ Der nun angekündigte Rechtsstreit bände Ressourcen und verursache unnötige Kosten sowohl für die Verwaltung als auch für den Konzern. Planungssicherheit brächte er auf absehbare Zeit wohl nicht. „Jetzt ist noch Zeit für Vattenfall, ohne allzu große Verluste aus dem kostspieligen und wirtschaftlich riskanten Projekt auszusteigen“, ist Bonkwald überzeugt. „Stattdessen sollte der Konzern massiv in regenerative Energiequellen investieren. Hier liegt unsere Zukunft!“ Die Klage des Konzerns zeige, dass Vattenfall selbst glaubt, dass die Elbfische unter dem Betrieb des Kraftwerks leiden würden. „Mit seiner Klage versucht der Konzern die ökologisch notwendigen Auflagen aufzuweichen und die Risiken des geplanten Betriebs auf Kosten der Elbe zu verlagern“, betont der NABU-Chef. „Dies ist in hohem Maße unethisch!“ Dass der Standort Moorburg im Bereich der Tideelbe besonders sensibel ist, hätte dem Konzern seit langem bekannt sein können und müssen. Vattenfall habe diese Risiken mit der Planung des mit 1640 Megawatt Leistung größten Kohlekraftwerks selbst unnötig in die Höhe getrieben. „Letztendlich tragen die Vattenfall-Kunden die Kosten für das klima- und elbeschädliche Kraftwerk. Wir können jedem, der etwas für den Klimaschutz tun möchte, nur empfehlen, umgehend zu einem Ökostromanbieter zu wechseln“, appelliert Bonkwald an die Bevölkerung.

Ole von Beust verkohlt GAL

NABU lehnt Genehmigung des Kohlekraftwerks ab / Kraftwerk auch mit Auflagen umweltschädlich

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Vattenfall darf hier nun weiterbauen.

(Hamburg, 30. Sept. 2008) Der NABU Hamburg kritisiert, dass das Kohlekraftwerk trotz der mit der Genehmigung verbundenen Auflagen keinesfalls umweltverträglich ist. Aus Gründen des Klima- und Gewässerschutzes lehnt der NABU das Kraftwerk ab und wirft Senatorin Anja Hajduk vor, das Wahlversprechen der GAL nicht eingehalten zu haben. Nach Ansicht des NABU hat Bürgermeister Ole von Beust die Entscheidung auf seinen Koalitionspartner abgewälzt, um eine „weiße Klimaweste“ zu behalten. Der NABU fordert ein bundesweites Moratorium für den Bau von Kohlekraftwerken, bis geklärt ist, mit welcher Art der Energiegewinnung die Klimaschutzziele am besten erreicht werden sollen.

„Die Genehmigung des Steinkohlekraftwerks in Moorburg ist eine Katastrophe für den Klimaschutz und die Elbe. Zukunftssicherung für künftige Generationen sieht anders aus. Mit der Genehmigung des Kraftwerks muss ausgerechnet eine grüne Umweltsenatorin ausbaden, was Ole von Beust in der letzten Legislatur verzapft hat“, so Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg. Der Bürgermeister habe die Entscheidung über das Kraftwerk seinem neuen Koalitionspartner allein überlassen, um sein Image als Klimaschützer nicht zu gefährden. Zirpel: „Die GAL muss sich nun für die Genehmigung des klimaschädlichen Kraftwerks rechtfertigen, für das Herr von Beust sich vor der Wahl mit allen Mitteln eingesetzt hat.“ Der NABU befürchtet, dass mit dem Kraftwerk jährlich bis zu acht Millionen Tonnen CO2 zusätzlich und giftige Feinstäube in die Atomsphäre geblasen werden. Die Entnahme und die Einleitung des Kühlwassers in die Elbe würden trotz der behördlichen Auflagen das Ökosystem Elbe und den Fischbestand gravierend schädigen. Nach Ansicht des NABU Hamburg reiche bereits eine geringe Erwärmung des Flusses aus, um den sommerlichen Sauerstoffmangel im Elbwasser zu verschlimmern. „Dadurch geht erneut ein Stück Lebensraum für Fische und andere Wasserorganismen verloren“, erklärt Zirpel. „Insbesondere auf wandernde Fischarten wirken sauerstoffarme Bereiche im Fluss wie Barrieren. Die Fische können dann ihre Laichgebiete im Oberlauf nicht mehr erreichen.“ Auch mit einer verringerten Wasserentnahme bleibe die Problematik bestehen, dass eine große Menge von Plankton, Fischlarven und Kleinfischen durch die Ansaugung des Kühlwassers abgetötet würde. „Selbst wenn Vattenfall das Kraftwerk nur mit der halben Leistung betreibt – die ökologischen Probleme bleiben bestehen“, bekräftigt der NABU-Vertreter. „Das Kraftwerk Moorburg bleibt eine CO2-Dreckschleuder, die die Klimaschutzbemühungen der Stadt zunichte macht.“ Vor dem Hintergrund, dass Klimaschutz nicht auf die lange Bank geschoben werden könne, sei der Neubau von Steinkohlekraftwerken nicht zu verantworten. „Wir brauchen daher jetzt dringend ein bundesweites Moratorium für den Bau von Kohlekraftwerken“, fordert Zirpel. „Die Bundesregierung muss jetzt einen Masterplan für die Energieversorgung in Deutschland vorlegen. Die zentrale Frage ist, aus welchen Quellen wir in Zukunft möglichst klimaneutral unsere Energie gewinnen wollen und können.“

Wenn Vattenfall trotz der Auflagen am Bau des rund 1,8 Mrd. Euro teuren Kraftwerks festhält, ist es nach Ansicht des NABU nicht verwunderlich, dass der Strom immer teurer wird. „Investitionen in erneuerbare Energien sind besser angelegt, als weiter an der Steinzeittechnologie Kohlekraft festzuhalten“, ist Zirpel überzeugt. „Letztendlich tragen die Vattenfall-Kunden die Kosten für das überflüssige Kraftwerk. Wir können jedem der etwas für den Klimaschutz tun möchte, nur empfehlen, spätestens jetzt zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.“

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NABU fordert rechtliche Konsequenzen

Durch Auflagen im Zulassungsrecht weitere Klimakiller verhindern

Demonstration für Klimaschutz

Protestaktion des NABU gegen den Bau von Kohlekraftwerken in der Hamburger Innenstadt.

(Berlin, 30. Sept. 2008) Anlässlich der zu erwartenden Genehmigung zum Bau des Kohlekraftwerks in Hamburg-Moorburg hat der NABU rechtliche Konsequenzen gefordert. Die Bundesregierung müsse das Anlagenzulassungsrecht entsprechend ändern, um weitere
Klimakiller zu verhindern. „Es kann nicht sein, dass der Klimaschutz bei der Genehmigung eines Kohlekraftwerks überhaupt keine Rolle spielt“, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Fossile Großkraftwerke dürften künftig nur noch zugelassen werden, wenn sie die eingesetzten Brennstoffe hocheffizient zur Stromerzeugung nutzten und zusätzlich die Abwärme vollständig als Heizenergie zur Verfügung stellen könnten. „Damit können Klimakiller wie Moorburg von vornherein verhindert werden“, so Miller.

Das Kraftwerk Moorburg nutze nur gut die Hälfte der eingesetzten Energie. „Im Regelbetrieb wird das Klima dadurch mit 8,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr belastet – und zwar für die nächsten 40 Jahre“, so Miller. Solche falschen Weichenstellungen müssten über die Festlegung von Mindestwirkungsgraden in dem geplanten und aktuell diskutierten Umweltgesetzbuch verhindert werden. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Betreiber reichten bekanntlich nicht aus.

Die selben Energiekonzerne, die in Deutschland zahlreiche Kohlekraftwerke planen, versuchten derzeit in Brüssel alles, um die europäischen Klimaschutzvorgaben im Emissionshandel aufzuweichen. Der europäische Emissionshandel sei aber nur dann ein wirksames Instrument, wenn auch in Deutschland neue Investitionen in erneuerbare Energien, dezentrale Blockheizkraftwerke und moderne Gaskraftwerke gelenkt würden.

„Stattdessen setzen sich Bundesregierung und Stromkonzerne dafür ein, den Neubau fossiler Großkraftwerke durch die Anrechnung von Klimaschutzzertifikaten im großen Maßstab auch weiterhin zu ermöglichen. So wird eine klimaschädliche Kraftwerkslandschaft über Generationen zementiert. Eine zukunftsfähige Energiepolitik sieht anders aus – weg von zentralen Riesenkraftwerken hin zu mehr erneuerbaren Energien, Effizienz und dezentraler Energieversorgung“, betonte Miller.

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