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Stiftung „Elbefonds“

Stiftung "Elbefonds"

NABU: Hilfe ist auch für die verlandenden Flachwasserbereiche in der Unterelbe vonnöten

yachthafen

Hamburg hilft den Yachthäfen an der Elbe, aber nicht den ökologisch wertvollen Flachwasserbereiche. Beide verschlicken seit der letzten Elbvertiefung 1999.

Der NABU wertet den Senatsbeschluss vom 6. Juni 2006 zur Einrichtung eines "Elbefonds" als Eingeständnis der negativen Auswirkungen durch die Elbvertiefung von 1999. Der NABU fordert den Senat auf, die Mittel des "Elbefonds" auch für den Schutz der ökologisch wertvollen Flachwasserbereiche in der Unterelbe aufzuwenden, die wie die Sportboothäfen unter der zunehmenden Verlandung leiden. Wegen der negativen Folgen sowohl für Mensch als auch Natur lehnt der NABU eine weitere Elbvertiefung strikt ab.

"Mit dem Elbefonds bekämpft der Hamburger Senat lediglich Symptome", erklärt Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg. "Die starke Verlandung der Sportboothäfen und der Flachwasserbereiche in der Unterelbe hat nach der letzten Elbvertiefung 1999 dramatisch zugenommen. Wer da einen Zusammenhang verleugnet, verschließt sich der Realität." Die Flachwasserbereiche sind Teil des Europäischen Schutzgebietes Unterelbe. Insbesondere sie würden unter der zunehmenden Verlandung leiden. Schreitet diese fort, verlieren sie ihren hohen ökologischen Wert für seltene Tiere und Pflanzen. "Auch hier trägt der Senat Mitverantwortung und muss über den Elbefonds dafür sorgen, dass diese für viele Tiere und Pflanzen so wichtigen Lebensräume erhalten bleiben", betont Zirpel.
Nach Ansicht des NABU wird eine weitere Elbvertiefung nicht nur den Hochwasserschutz und den Naturraum Unterlebe zusätzlich gefährden, sondern auch die Verlandung von Sportboothäfen und Flachwasserzonen weiter verschärfen. Zirpel: "Dass der Senat trotz der offensichtlichen negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur weiter an seinen Ausbauplänen festhält, ist geradezu ignorant." Der NABU fordert, dass die norddeutschen Küstenländer endlich in der Hafenwirtschaft zusammenarbeiten und ein ökologisch vertretbares und volkswirtschaftlich sinnvolles Gesamtkonzept vorlegen. "Die Elbe darf nicht mehr angerührt werden", unterstreicht der NABU-Vertreter.

Zustimmung kaufen mit dem "Elbefonds"

NABU: Elbvertiefung schädigt Naturhaushalt und Staatskasse gleichermaßen

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Damit Container-Riesen den Hamburger Hafen ansteuern können, tun Hamburgs Politiker (fast) alles.

Anlässlich der am 5. April 2007 bekannt gewordenen Aufstockung des "Elbefonds", weist der NABU mit Nachdruck darauf hin, dass zusammen mit den Sportboothäfen auch die ökologisch unverzichtbaren Flachwasserbereiche verlanden. Zudem soll mit der Aufstockung des Fonds ganz offensichtlich die Zustimmung Niedersachsens zur Fahrrinnenanpassung erkauft werden, so der NABU. Dort hatten in den vergangenen Wochen Verbände und Politik ihren Widerstand verstärkt. Auch der NABU Hamburg bekräftigt seine Ablehnung zur erneuten Vertiefung der Elbe.

"Nun beginnt also das große Feilschen", stellt Rolf Bonkwald, Vorsitzender des NABU Hamburg, fest. "Hier ein paar Millionen für die Sportboothäfen, vielleicht auch noch ein paar Zugeständnisse für den Schutz der Deichlinien. Die zu erwartenden großen ökologischen Schäden sind gesellschaftlich offenbar von untergeordneter Bedeutung." Schon nach der letzten Elbvertiefung 1999 waren die Sedimentationsvorgänge im Tideelbestrom aus dem Ruder gelaufen. Vor Otterndorf verschwanden mehr als 50 Meter Wattfläche. Auch auf der vom NABU betreuten Elbinsel "Pagensand" wurde die Sandbank angegriffen während Flachwasserbereiche gleichzeitig auflandeten. Die geplante Fahrrinnenanpassung kostet 330 Mio. Euro und fällt noch größer aus als die letzte Elbvertiefung. Der NABU bezweifelt, dass die entstehenden Folgekosten realistisch und vollständig kalkuliert sind. Entsprechende Studien werden jedoch unter Verschluss gehalten. "Es ist immer wieder erstaunlich, wie es Hamburg gelingt, Großprojekte in der Tideelbe trotz eindeutiger Schädigung der unter Schutz stehenden Lebensräume zu realisieren", sagt Bonkwald. "Um das Mühlenberger Loch zuschütten zu können reiste damals sogar Kanzler Schröder nach Brüssel. Der neue Umweltkommissar Stavros Dimas bestätigt heute, dass dieser Eingriff in der jetzigen Interpretation der Rechtslage nicht mehr möglich wäre."
Für die Zerstörung der Natur an der Unterelbe zahlen dabei die Berchtesgadener genau so wie die Bewohner des Großraums Hamburg. Auch in Bremen und Wilhelmshaven werden die Häfen mit großzügigen Bundeszuschüssen ausgebaut. Trotz der wiederholt vorgebrachten Forderung nach einem gesamtnorddeutschen Hafenkonzept werden aus Steuergeldern teure Überkapazitäten aufgebaut. Wie deutlich diese Subventionen ausfallen zeigt, dass der Umschlag eines Containers im Hochlohnland Deutschland mit 130 US $ weniger als der Hälfte der Umschlagkosten in China (300 US $) zu Buche schlägt.

Pressemitteilung der Behörde für Wirtschaft und Arbeit vom 5. April 2007
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