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Bachpatenschaft
Bachpatenschaften
Bürger aktiv für mehr Natur im Bach
Im WM-Jahr 2006 feiert die Idee der Bachpatenschaften in Hamburg ihren 20-jährigen Geburtstag - 1986 wurde die erste Bachpatenschaft besiegelt, viele weitere folgten. Doch wie nützlich Bachpatenschaften sind, wird den meisten Hamburgern wohl trotz stolzer Historie noch unbekannt sein.
Was sind Bachpatenschaften?
Jeder Hamburger Bürger, der sich für mehr Natur in und entlang eines Baches in seiner Nachbarschaft einsetzen möchte, kann Bachpate werden. Grundlage der Bachpatenschaft ist eine regelmäßige Beobachtung des Baches. Missstände oder schädliche Entwicklungen am Bach können so schell erkannt und den Behörden gemeldet werden. In Absprache mit dem Bachpatenbetreuer können auch Arbeiten am Bach durchgeführt werden, die für mehr Natur im und am Bach sorgen: So kann das Gewässerbett zum Beispiel durch Totholz und Steine strukturiert werden, können alte Bongossibefestigungen entfernt werden oder auch standortgerechte Stauden und Gehölze gepflanzt werden.
Fast jedes Bezirksamt hat einen Bachpatenbetreuer, der als Ansprechpartner für Fragen rund um die Gewässer zur Verfügung steht. Auf der Internetseite www.bachlaeufer.hamburg.de kann man sich online über die Bachpatenschaften informieren. Quartalsweise erscheint die Informationsschrift "Der Bachläufer", die über die Aktivitäten der Bachpaten berichtet und in der sich interessante Termine rund um den Gewässerschutz in Hamburg finden.
Warum ist die Idee so gut?
Bachpatenschaften sind aus verschiedenen Gründen eine Erfolgsidee für Verwaltung, Bürger und Natur. Jeder Fleck Natur ist rar in einer Metropole wie Hamburg. Durch eine Bachpatenschaft kann jeder Bürger, auch zusammen mit seinen Freunden und Nachbarn ein Stück Natur in seiner Nachbarschaft erhalten, pflegen und sich an seiner Entwicklung freuen. So schaffen Bachpatenschaften wahre Identifikation mit unserer Stadt.
Für die Verwaltung sind Bachpaten ein wichtiges Frühwarnnetz, wenn etwas an den Gewässern im Argen liegt. Bei der naturnahen Gestaltung der Gewässer - eine Aufgabe, zu der die Stadt vor dem Hintergrund der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verpflichtet ist - entlasten Bachpaten durch den Einsatz ihrer ehrenamtlichen Arbeitskraft das Stadtsäckel beträchtlich.
Und auch die Natur gewinnt durch die Pflege der Bachpaten: Die meisten Gewässer Hamburgs sind in den letzten Jahrzehnten begradigt und ausgebaut worden. Somit gingen sie für viele Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum verloren. Mit einfachen Maßnahmen können ganze Bachstrecken erheblich aufgewertet und somit wiederbelebt werden. Solche Arbeiten können von Bachpaten und engagierten Bürgern ohne weiteres im Rahmen von Gewässernachbarschaftstagen durchgeführt werden.
Gute Beispiele!
Seit Jahren schon ist die NAJU mit ihrer Bachpatenschaft an der Wandse aktiv. Das Projekt Forelle 2010 des Bezirksamts Wandsbek wurde und wird zum großen Teil mit Bachpatenaktionen umgesetzt. Bachpaten kamen auch beim Projekt Eisvogel der NABU Stadtteilgruppe Bramfeld / Ohlsdorf / Barmbek zum Einsatz. Im Bezirk Altona laufen ebenfalls seit mehreren Jahren Aktionen zur strukturellen Aufwertung der Wedeler Au - auch im Mai 2006 fand wieder ein Gewässernachbarschaftstag von NABU-Aktiven und ehrenamtlichen Naturschützern statt.
Bäche in schlechtem Zustand - Warum?
Und trotz 20 Jahre Bachpatenschaften sind laut der WRRL-Bestandaufnahme fast alle Hamburger Gewässer nicht in einem guten ökologischen Zustand. Als Hauptproblem werden in diesem Bericht weiterhin naturferne Gewässer- und Uferstrukturen angemahnt.
Wie fast immer: Es liegt am fehlenden Geld. Den Bezirksämtern stehen für die Betreuung der Bachpaten und für Maßnahmen an den Gewässern derzeit 1.500 Euro jährlich zur Verfügung. Angesichts der vielen naturfern ausgebauten Bachkilometer ist das ein Tropfen auf den heißen Stein und es ist kein Wunder, dass sich mit diesem Budget kaum etwas zu erreichen ist! Zu Beginn der Bachpatenbetreuung war das schon einmal anders. Damals gab es in jedem Bezirk eine Stelle für die Koordination und 20.000 Mark jährlich für Maßnahmen. Das was heute von der Bachpaten-Idee übrig geblieben ist, dient der Verwaltung also vor allem als Feigenblatt, um Aktivität vorzutäuschen. Hier wäre mehr Rückhalt und Unterstützung aus Verwaltung und Politik dringend nötig, um die Budgets für Bachpatenaktivitäten wieder aufzustocken. Angesichts der Verpflichtungen der Wasserrahmenrichtlinie ist dies überfällig.
Wedeler Au
Gemeinsamer Arbeitseinsatz zur Renaturierung
In einem gemeinsamen Arbeitseinsatz renaturierten Ende Mai 2006 ehrenamtliche Naturschützer des NABU und die Diplom-Biologin Heidi Mayerhöfer vom Bezirksamt Altona einen Abschnitt der Wedeler Au in der Sülldorfer Feldmark.
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