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Elbtalaue

Elbtalaue

Artenvielfalt im Hochwassereinfluss

Elbtalaue Krebsschere

Im Gegensatz zu Rhein oder Donau hat die Elbe noch weite Überflutungsflächen entlang ihrer Ufer. Ein natürliches Gefüge aus Auwald, Feuchtwiesen, Dünen und Trockenrasen hat sich hier erhalten können, denn die deutsch-deutsche Grenze verhinderte die Verkehrserschließung in west-östlicher Richtung. Aber ganz ohne negativen Einfluss in all den Jahren blieb dieses Gebiet auch nicht. Landwirtschaft und Wasserbau griffen in den naturnahen Charakter ein. Hochwasserschutzdeiche wurden erhöht, verbreitert und neu angelegt, Feuchtwiesen und Flachwasserzonen trockengelegt und zu Weideland umfunktioniert, Brachflächen und Trockenrasen aufgeforstet, bebaut oder durch Düngung und Beregnung ackerfähig gemacht. Kurzum: Lebensräume für Kranich, Biber, Rotbauchunke, Laubfrosch, Sibirische Schwertlilie oder Knabenkraut gingen mehr und mehr verloren. Um dem entgegenzuwirken, wurde der NABU Hamburg 1973 in diesem Gebiet aktiv.

Im Elbholz war zu der Zeit der Bestand der brütenden Kraniche auf ein einziges Paar zurückgegangen. Es musste schnell etwas geschehen, damit dieser seltene Vogel und sein Lebensraum gerettet würden. Seitdem bewachen ehrenamtliche NABU-Mitarbeiter im Bereich des Elbholzes alljährlich die Kraniche in der Brutzeit vom 15. März bis 15. Juli - bei Wind und Wetter. Eine entsprechende Beschilderung weist Besucher auf die störungsempfindliche Kranichbrut hin. Der Erfolg ist offensichtlich: 1997 konnten schließlich neun bis zehn Kranich-Brutpaare im Elbholz und Umgebung gezählt werden - davon sechs in vom NABU gestalteten Feuchtgebieten. Diese Schutzarbeit über Jahre wirkte sich aber auch positiv auf andere Arten aus. Kolkrabe, Schwarz- und Rotmilan sowie Wespenbussard kamen als Brutvögel zurück, und seit ein paar Jahren zieht auch der Seeadler über dem Elbholz wieder seine Kreise.

Elbtalaue Höhbeck

Seit Einrichtung des Biosphärenreservats "Niedersächsische Elbtalaue" im Jahr 2002 wird das Gebiet nicht allein für den Kranich sondern verstärkt auch für die Greifvögel wie Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard und Seeadler in der Brut- und Aufzuchtszeit ruhig gestellt. Damit ist gewährleistet, dass die Jungvögel bei Ablauf der Sperrzeit flügge sind. Daher wird in Zukunft die zusätzliche kontinuierliche Gebietsbewachung wie ehemals konzipiert nicht mehr notwendig sein. Der NABU wird aber weiterhin die Kranichpaare betreuen, alles Geschehen registrieren und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufzucht ihrer Jungen schaffen. Wir werden dafür den bereits erfolgreichen Lebensraumschutz mit allen uns gebotenen Möglichkeiten ausbauen und Flächen erwerben und zweckbestimmt pflegen oder gestalten. Denn dies ist erfahrungsgemäß der einzige Weg, die Basis für einen dauerhaften Naturschutz zu legen. Übrigens hat der NABU 90 Prozent aller Gebiete, in denen die von uns betreuten Kraniche brüten, gestaltet.

Ebenso wichtig wie der Schutz der Tiere und Pflanzen selbst ist auch der Schutz ihres Lebensraumes. Um die Gebiete vor Zugriffen und Zerstörung zu retten, gab und gibt es nur eine sichere Lösung - Flächenankauf. 1974 erwarb der NABU Hamburg mit Eigenmitteln die erste naturschutzwürdige Fläche. Bis 2006 kamen durch zusätzliche Landes- und BundesÖ sowie Stiftungsmittel über 400 Hektar Grundbesitz zusammen. Naturschutz ist harte Knochenarbeit und bedeutet nicht in jedem Falle, die Natur sich selbst zu überlassen. Gestaltung und Pflege von Lebensräumen sind Hauptaufgaben des NABU. Ein Schwerpunkt der Schutzarbeit ist der Erhalt flusstaltypischer Feuchtgebiete mit ihrer an die Hochwasserdynamik der Elbe angepassten reichhaltigen Tier- und Pflanzenwelt.

Elbtalaue

Im Rahmen eines Amphibienschutzprogramms wurden zudem neue Feuchtgebiete angelegt, deren Pflege Galloway-Rinder übernehmen. Bedrohte Pflanzengesellschaften konnten durch den Einsatz des NABU erhalten bleiben und mit ihnen die darin lebenden Vögel, Amphibien und Insekten. Die gefährdete Rotbauchunke konnte ihren Bestand und Lebensraum erweitern, und der vormals örtlich ausgestorbene Laubfrosch zählt inzwischen wieder Zigtausend Exemplare. In Schilfflächen, die von der Beweidung ausgenommen wurden, kehrte der Drosselrohrsänger mit seinen kleineren Verwandten, dem Schilf- und Teichrohrsänger zurück. Die Rohrweihe brütet in den verhältnismäßig kleinen Gebieten, und sporadisch hört man die große Rohrdommel sowie Tüpfel- und Wasserralle. Da keine Angler an den Teichen die Ruhe stören, fischen dafür Graureiher, Haubentaucher, Eisvogel und zur Zugzeit der Fischadler, während man Seeadler und Pirol beim Baden zusehen kann.

Zur Sicherung und Stabilisierung der Lebensräume in den Elbtalauen will der NABU auch in Zukunft neue Flächen hinzukaufen und pachten. Je dichter das Flächennetz ist, desto besser können seltene Tiere und Pflanzen überleben und neue Räume besiedeln. Artenvielfalt ist das Zauberwort für eine intakte Natur, und die ist schließlich auch Lebensraum für den Menschen. Unterstützt wird der NABU in der Elbtalaue von der Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD).

Hermes unterstützt Naturschutzarbeit des NABU Hamburg in der ElbtalaueFür mehr Artenvielfalt!

Der NABU-Landesverband Hamburg e.V. hat jetzt, mit Wirkung ab 1. November 2010, mit der Hermes Logistik Gruppe Deutschland (HLGD) einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. mehr Mehr

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Lesen Sie hier über die jahrzehntelangen Aktivitäten des NABU Hamburg zum Schutz des Kranichs und der Natur insgesamt in der Elbtalaue in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. mehr Mehr

ZwischenüberschriftNABU Lüchow-Dannenberg

Neben diversen Veranstaltungen, die der NABU Lüchow-Dannenberg gemeinsam mit dem NABU Hamburg in der Elbtalaue durchführt, betreut die Kreisgruppe vor Ort auch mehrere eigene Projekte. Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Meldungen zu Vogelbeobachtungen und zum Amphibienschutz sowie Termine der Gruppe. mehr Mehr

Landschaft und LebenLandschaft und Leben

Hier stellen wir Ihnen die typischen Landschaften in der Elbtalaue in Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen und in Sachsen-Anhalt vor. Außerdem erfahren Sie hier Tipps, was es dort im Laufe eines Jahres alles zu beobachten gibt, ergänzt durch eine Liste der Brutvögel. mehr Mehr

Der NABU bietet hier für den Download Infomaterial über die Elbtalaue anInfomaterial

Hier bieten wir Ihnen für den kostenlosen Download eine Reihe von Flyern zur Elbtalaue selbst, aber auch zu unterschiedlichen Themen, wie Kraniche, Wintergäste, Alte Bäume und Trockenrasen an. mehr Mehr

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