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Düpenautal und Osdorfer Feldmark
Die Osdorfer Feldmark
Inmitten von Hamburg
Offene Feldmarken sind in der Großstadt Hamburg eine Seltenheit. Die Osdorfer Feldmark liegt noch dazu mitten im städtischen Raum. Sie besitzt einen unschätzbaren Freizeit-, Naherholungs- und Naturerlebniswert für die BewohnerInnen der sie umgebenden Wohnquartiere Osdorfs, des Osdorfer Borns, Iserbrooks und Schenefelds. Die ökologische Bedeutung ist überragend. Dies haben die politisch Verantwortlichen unserer Stadt früh erkannt. Die gesamte 167 Hektar umfassende Osdorfer Feldmark steht deshalb seit 1938 unter Landschaftsschutz. Im Westen der Feldmark liegt das Tal der „Düpenau“, eines Wiesenbaches. Im Osten befindet sich Geest und Moorland; dieser Bereich wird heute überwiegend als Grasland genutzt. Bis in unsere Tage hat der Mensch diese Kulturlandschaft geprägt.
Aktuell: Führungen in der Feldmark!
Die Düpenau
Lebensader der Osdorfer Feldmark
Die Düpenau ist die Lebensader der Osdorfer Feldmark. Der kleine Wiesenbach entspringt südlich der Osdorfer Landstraße in der Nähe der Tietzestraße und verläuft zunächst etwa 300 m im Untergrund. Am Grundstück des Alten- und Pflegeheims „Tabea“, an der Grenze zum Feldweg 50, tritt der Bach aus einem Sielauslauf an die Oberfläche. Die Düpenau unterquert die Osdorfer Landstraße und verschwindet für weitere 400 m in einem verrohrten Abschnitt, der 1966 beim Ausbau des Ring 3 gebaut wurde. Mit dieser Verrohrung muss Schluss sein! Das schreibt die EG-Wasserrahmenrichtlinie vor; die Frist endet 2015.
Die Düpenau fließt bei Rellingen in die Mühlenau. Über die Pinnau gelangt das Wasser in die Elbe. Die Düpenau war im vorigen Jahrhundert praktisch zu einem Entwässerungsgraben verkommen. Hier ist Besserung in Sicht: Die Europäische Union stellt die Gewässer unter besonderen Schutz und hat dazu die Wasserrahmenrichtlinie erlassen. Danach muss der Zustand der Düpenau laufend überwacht und verbessert werden. Der Bach zählt zum berichtspflichtigen Hamburger Oberflächengewässernetz. Für alle dieser Gewässer gilt: Bis spätestens 2021 müssen sie „einen guten ökologischen Zustand“ erreicht haben.
Aufgrund der Vorgaben der EU begann das Bezirksamt Altona als untere Wasserbehörde um das Jahr 2000, die Düpenau zu renaturieren. Bis heute wurden zwei größere Abschnitte des Bachlaufs am Borndiek und oberhalb der Einmündung in den Schacksee wieder hergestellt. Für den Herbst 2010 plant das Bezirksamt eine "Umgehung" des Schacksees. Damit wird die Düpenau ökologisch weiter aufgewertet. Bisher ist die Gewässergüte immer noch als „belastet“ einzustufen. Belastend sind vor allem die umfangreichen Oberflächenwasserzuläufe, überwiegend aus Straßensielen.
NABU Arbeitsgruppe Düpenautal - Osdorfer Feldmark
Vor Ort aktiv
Seit mehr als 20 Jahren engagieren sich NABU-Mitglieder für den Erhalt der Osdorfer Feldmark. Wir legen Hand an bei der Renaturierung und geben Rat aus Naturschutzsicht. Wir stimmen uns dabei ab mit den NaturschutzreferentInnen und den für Wasserbau verantwortlichen MitarbeiterInnen des Bezirksamtes Altona. Seit 2008 ist der NABU verstärkt im Einsatz: Die Arbeitsgruppe Düpenautal - Osdorfer Feldmark wurde gegründet. Die Arbeitsgruppe pflegt Gewässer und untersucht sie, kartiert die Bestände von Pflanzen, Vögeln und Libellen, gestaltet Informationstafeln, sammelt Müll...
Was auf dem Bild ganz unspektakulär aussieht, ist der bislang schönste Erfolgsindikator für unsere Naturschutzarbeit: seit 5 Jahren brütet der Eisvogel wieder an der Düpenau! Das Bild zeigt seine Nisthöhle.
Weitere Erfolge unserer Naturschutzarbeit brachte eine Pflanzenkartierung zu Tage, die ein Mitglied unserer Arbeitsgruppe 2009 durchführte. In den Renaturierungsabschnitten an der Düpenau haben sich 16 seltene Pflanzenarten der Hamburger Roten Liste wieder angesiedelt! Diese bereits nach wenigen Jahren eingetretenen Erfolge machen uns Mut für unsere zukünftige Arbeit.
Gern begrüßen wir neue Mitglieder in unserer Arbeitsgruppe.
Einfach melden bei: klausberking@arcor.de oder 040 - 8006655
Die bedrohte Feldmark
Die XFEL-Baustelle und der Kampf um den Landschaftsschutz

Die Osdorfer Feldmark ist bedroht. Seit der Jahreswende 2008/2009 befindet sich dort eine Großbaustelle. Mehrmals wurde von dort Schmutzwasser in die Düpenau eingeleitet. Von Schenefelder Seite gibt es Pläne, Teile der Feldmark in ein Gewerbegebiet zu verwandeln und damit eine wichtige Grünachse zu zerstören. Auch in Hamburg ist der Landschaftsschutz umstritten.
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