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Das Raakmoor
Das Raakmoor
Betreutes Gebiet
Das Raakmoor, einer der wenigen Reste einer ehemals ausgedehnten Hochmoorregion in Hamburgs Norden, umfaßt ca. 90 ha - wovon lediglich 17,8 ha, dem eigentlichen Moorkern, 1979 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurden.
Auf der nördlich vom heutigen Naturschutzgebiet gelegenen Fläche breiten sich, gefördert durch die vielen Maßnahmen der NABU-Stadtteilgruppe Langenhorn/Fuhlsbüttel, Übergangsmoore und interessante Amphibien-Feuchtbiotope aus. Der größere Teil des Raakmoors besteht aus Waldflächen unterschiedlichen Typs und einzelnen Wiesen und Pferdekoppeln.
Das Raakmoor wurde während und nach dem zweiten Weltkrieg durch Trockenlegung, Torfgewinnung sowie land- und forstwirtschaflicher Nutzung nahezu zerstört. Die sensiblen, moortypischen Pflanzen und Tiere waren verdrängt.
Aufgrund der Erkenntnis, dass noch teils mächtige Torfschichten vorhanden waren, begann man 1977 mit der Wiedervernässung des zentralen Moorbereichs durch Schließung der Abflussgräben und Aufstaumaßnahmen. Die Entwicklung hochmoorartiger Übergangsstadien setzten ein, moortypische Pflanzenarten tauchten wieder auf.
Schutzmaßnahmen
1984 übertrug das Naturschutzreferat des Bezirks Hamburg-Nord der NABU-Stadtteilgruppe Langenhorn/Fuhlsbüttel die Betreuung des Naturschutzgebietes einschließlich einer Bachpatenschaft für den "Hummelsbüttler Moorgraben", welcher das Moor durchfließt.
In unzähligen Arbeitseinsätzen wurde die Renaturierung des Moores vorangetrieben, immer in Abstimmung und mit Unterstützung der Behörde. Dazu gehörten Maßnahmen zur Wasserhaltung, Freihaltung der Moorflächen von heranwachsenden Gehölzen (Entkusseln), Abplackungen zur Förderung moortypischer Pflanzen, Schließung von unerwünschten Trampelpfaden, Pflege- und Schutzmaßnahmen besonderer Biotope, Teich- und Feuchtgebiete, Nisthilfen aller Art, Kontrolle der Entwicklungsergebnisse und Bestandsaufnahmen von Flora und Fauna u.a.m. Die diversen Anregungen und Pläne der Gruppe Langenhorn/Fuhlsbüttel, wie z.B. die Wegführung für Reiter und Wanderer, die Anlage von Aussichtskanzeln und Infotafeln und die Wassererhaltungsmaßnahmen wurden aufgegriffen und umgesetzt, so auch im Plege- und Entwicklungsplan des Naturschutzamtes von 1998.
Seit Mai 1998 besteht ein Betreuungsvertrag zwischen dem Bezirk Hamburg-Nord und einer Betreuergemeinschaft aus der NABU-Stadtteilgruppe Langenhorn/Fuhlsbüttel sowie der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" (SDW), um notwendige Maßnahmen noch effektiver umsetzen zu können.
Erfolg für Flora und Fauna
Trotz vieler Konflikte, die sich negativ auf die Renaturierung auswirken, wie z.B. der zunehmende Naherholungsdruck durch Jogger, Reiter, Radfahrer und freilaufende Hunde, durch Einträge aus der Luft und durch die angrenzende Landwirtschaft, sind die Erfolge unübersehbar. Es sind fast intakte Moorbereiche wieder entstanden, die immerhin 21 bedrohte Pflanzenarten der Roten Liste beherbergen, wie z.B. den Mittleren Sonnentau, den Lungenenzian, die Moorlilie, das Waldläusekraut, den Waldrippen- und Königsfarn sowie die Quendelblättrige Kreuzblume. Letztere wurde von unserem Gruppenmitglied Lise Köster wieder entdeckt. Diese Pflanze wurde 1897 in Langenhorn nachgewiesen. Bis heute ist das Raakmoor der einzige bekannte Standort in Hamburg. 50 Brutvogelarten, darunter Habicht, Mäusebussard, Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper, sowie über 100 Durchzügler und Nahrungsgäste wurde gezählt. Beobachtet und erfaßt wurden fünf Amphibienarten, 19 Libellenarten und 21 verschiedene Schmetterlinge.
Es gilt weiterhin, sich gemeinsam mit der Verwaltung, der Kommunalpolitik, Schülern, Studenten, freiwilligen Helfern und der SDW für den Erhalt und die weitere Verbesserung dieses stadt- und naturnahen Refugiums aktiv einzusetzen. Wir wollen das tun!

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